Hallo,
noch eine kurze Anmerkung bezüglich der Antwort des helvetischen Klompenträgers:
Selbstverständlich ist es bei einer vernünftigen niederländischen Konstellation nicht mit einem an eine Hauswand genagelten Briefkasten getan. Wer große Geschäfte tätigen möchte, sollte auch die Mittel besitzen, einen Geschäftssitz, einen Telefonanschluß u.ä. vorzuhalten. Und selbstverständlich ist auch u.U. die Versicherungspflicht zu berücksichtigen (nicht in allen Fällen - aber meist).
Was mich immer wieder etwas irritiert ist die Tatsache, dass man bei solchen Konstruktionen zunächst immer nur mögliche Steuereffekte sieht. Und dabei vergessen wird, dass eigentlich die Unternehmensstrategie wesentlich wichtiger ist. Wenn dies dann zu steuerlichen "Wohltaten" führen kann - noch besser.
Sie können sich sicher sein, dass NL-Antillen-Kostruktionen mit b.v. oder n.v. von allen großen Unternehmen für gewisse strategische Unternehmenszwecke benutzt bzw. vorgehalten werden und dies weniger im Hinblick auf mögliche Steuervergünstigungen (große Unternehmen zahlen (fast) keine Steuern). Vielmehr sind solche Konstruktionen für internationale Geschäfte sehr dienlich (Patente, Rechte, etc.). Beispiele gibt es im Automobilsektor aber vor allem in der "deutschen Bank"enwelt......
Ich schildere Ihnen mal ein Beispiel aus der Praxis, welches ergänzt durch eine NL-Antillen-Konstruktion viele "Spielarten" ermöglicht.
Nehmen wir mal an, Sie sind in Deutschland mit einer oder mehreren GmbH's geschäftlich tätig. Sie benötigen aber zur Expansion neues Kapital, welches Sie nicht mit klassischen Bankdarlehen abdecken möchten. Was liegt näher, als über einen Gang zur deutschen Börse nachzudenken.
Sie gründen/kaufen eine niederländische n.v. und bringen einen Teil der Anteile über ein Listing (Huckepack auf einem gelisteten Unternehmen) in Umlauf. Die Historie chic aufgepeppt, die Zukunft in bunten Farben geschildert, über die richtigen Internetforen oder Internetpresse gepusht werden Ihre Anteile auch gekauft. Damit erlangen Sie Liquidität, welche für verschiedene Zwecke eingesetzt werden kann.
Natürlich werden die nicht im Verkauf befindlichen Anteile durch den Initiator selbst oder über eine weitere n.v. gehalten. Hinter dieser steht dann die Antillen n.v. Oder diese hält sogar selbst Anteile.
Damit haben Sie die Möglichkeit, Ihre Börsenentwicklung dosiert zu steuern und gleichzeitig aus den Verkäufen die Liquiditätsströme zu diktieren.
Bei einer solchen Konstruktion sind steuerliche Aspekte zunächst zweitrangig - kommen aber spätestens dann zum tragen, wenn die Antillen n.v. Anteile veräußert o.ä.
Die Kosten eines solchen Konstruktes liegen anfänglich bei ca. einer halben Million Euro. Die mögliche erzielbare Liquidität liegt im ersten Jahr, je nach Größe der handelbaren Aktienpakete und der Kursentwicklung bei ca. 6 Mio Euro.
Auch nicht schlecht - oder?
Beispiele kann man relativ einfach im Netz googlen. Einfach mal den "Navigator" benutzen, dann spielt auch die "Capella".......
grüße
nimmermehr