sie posten:
"... Was ich nur verwunderlich finde ist, dass diese lange Verzögerung selbst bei hochentwickelten Offshore-Finanzzentren stattfindet ..."
darf ich ergänzend ausführen:
es ist ja eben gerade ein merkmal hochentwickelter offshore-finanzzentren - und ich denke, sie meinen damit, dass auch entsprechend reputierte (internationale) banken an solchen plätzen ihre dienstleistungen anbieten... was nicht immer der fall ist (siehe fälle wie crozier/ssbt und eben erst offenbar auch john deuss mit seiner bermuda commercial bank) - dass institute an solchen orten mit spezieller "liebe zum detail" agieren... eben weil sie sich nicht dem vorwurf ausgesetzt sein wollen, sie würden large agieren
... ich persönlich ziehe es vor, einige monate zuzuwarten, um dann bei barclays in knightsbridge/london (ja, die führen mitten in der stadt eine international tätige offshoreabteilung) ein firmenkonto zu bekommen, als irgendwo auf nauru oder melchizedek via ebay irgendeinen fetzen papier zu erhalten
vielleicht noch ein hinweis auf die grundsätzliche problematik:
(1)
bis zur inkraftsetzung der eu tax directives war es während jahren fast ein ding der unmöglichkeit, für "sitzgesellschaften" (die begriffe ändern sich, früher war die bezeichnung "briefkastenfirma" gängig) bei einer einigermassen seriösen bank ein firmenkonto zu bekommen - man hat sich dann geholfen mit konten, die auf einen privatnamen liefen, in der kontenbezeichnung dann allerdings den namen der firma als "zusatz" führen durften
nachdem die erwähnte steuerdirektive der hohen herren aus brüssel
nur für (p'rivat)personen gilt, öffneten sich natürlich neue geschäftsperspektiven für banken, indem diese ihren kunden rieten, ihre
vermögenswerte auf iuristische personen zu übertragen... logischerweise mussten sie in der folge dann auch die entsprechenden konten und depots anbieten - merke: banken sind durchaus flexibel... wenn sie einen vorteil erspähen!!!
2)
viel entscheidender hinsichtlich der problematik bei der eröffnung eines firmenkontos ist die "qualität" der vorzulegenden dokumente. mehr und mehr jurisdictions bieten die gründung von firmen via internet an... beim companies house in cardiff beispielsweise werden heute über 80% der neueintragungen via pdf-files abgewickelt - das rationell abzuwickelnde geschäft wird von gewissen behörden durch ganz gehörige preisreduktionen bei nutzung des internets zusätzlich angekurbelt (im uk kostet beispielsweise die abgabe eines annual return online exakt die hälfte des tarifes der behandlung via papier... und einfacher und schneller geht's via bildschirm auch noch!!)
das problem entsteht nun dann, wenn banken "original-gründungsdokumente" sehen möchten. solche sind schlicht und einfach nicht verfügbar... und wenn die bank
(was leider in der überwiegenden mehrzahl der fälle aktueller stand der dinge ist!!!) nicht über die notwendigen fachkenntnisse verfügt, braucht es ganz gehörige überzeugungskraft, um irgendwelche bürokraten davon zu überzeugen, dass die zeit der farbenfroh, mit goldenen siegeln versehenen "corporate documents" wohl bald endgültig vorbei sein wird
ich habe schon staunenden und kopfschüttelnden "compliance officers" in deren büros am bildschirm vorgeführt, wie eine onlinegründung beispielsweise auf anguilla innert 5 minuten über die bühne gehen kann... und konnte als ergebnis die kontennummern eine halbe stunde später mitnehmen - gelegentlich hilft eben ein besuch mehr als endloses hin-und-her-korrespondieren - wobei auch ein süffiges pint in der eckkneipe gelegentlich die vorstellungskraft von junior manager ganz kräftig aktiviert hat...
... aber das ist eine andere geschichte 8-)
wohl bekomm's
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