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Alt 26.12.2006, 21:03
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Hallo und herzlich Willkommen bei den Business Podium Boards!

Ich bin mir sicher, dass Sie das wissen, möchte aber für die lesende Allgemeinheit feststellen, dass die Euro-FH keine "Uni" ist, sondern eine Fachhochschule.

Die Informationen, die Sie erhalten haben, sind nicht ganz abwegig, wenn auch verkehrt herum.
In der Tat hat es da in der Anfangszeit mal Diskussionen gegeben, was es denn nun mit dem dortigen Abschluss auf sich hat und wie dieser einzustufen ist. Insgesamt ist es so, dass MBA-Abschlüsse und BBA-Abschlüsse in Managerkreisen sehr gefragt sind. Die eigentliche Strömung kam aus den USA - dort war ein MBA (Master of Business Administration) auch noch wirklich ein MBA. Ursprünglich gab es den BBA (Bachelor of Business Administration) auch gar nicht - dieser entwickelte sich später eher als Second-Bachelor-Variante, also keinesfalls als grundständiges Studium.

Nun liegt den privaten Bildungsanbietern natürlich das Marketing am Herzen, ebenso das Geld der zahlenden Studierenden. Wie gesagt, stehen MBA-Abschlüsse und BBA-Abschlüsse hoch im Kurs - das wussten auch die Betreiber der Euro-FH. Daher benannten sie anfangs den Studiengang Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft (BA) einfach um in Bachelor of Business Administration (BBA), was natürlich absoluter Unsinn war, zumal die Studieninhalte normalerweise sehr stark different sind. Während also BBA und MBA in der ursprungsform nicht-konsekutive Aufbaustudienprogramme waren, also als fachfremde Aufbaustudiengänge auf einen anderen grundständigen Studiengang fungierten, kam es zur Verwurstung und Verwischung der Begrifflichkeiten.

Auch andere Hochschulen entdeckten diese Marketingmöglichkeiten. Es kam also zu einer Inflation von BBA-Studiengängen, die eigentlich nie welche waren. Weil der Bildungsmarkt so dermaßen unübersichtlich wurde, hat die Kultusministerkonferenz im Rahmen des Verbraucherschutzes den 'Missbrauch' der Begrifflichkeiten untersagt, sodass die Privathochschulen (Fachhochschulen) gezwungen waren, diese Studiengänge wieder umzubenennen, und zwar in das, was sie von Anfang an waren: BA Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft.
Daher bietet unter anderem die Euro-FH den BBA nicht mehr an. Es war eigentlich nur eine Marketingstrategie, viele Interessenten anzulocken - dennoch war es von Anfang an ein BA in Betriebswirtschaftslehre.

An dieser Stelle kann ich nur jedem Interessenten raten, auf die Hochschule zu achten. Beim BBA und MBA kommt es nicht auf den formalen Abschluss an wie bei anderen Studiengängen - hier zählt das Renommee der Hochschule, um international wirklich gute Chancen zu haben. Ein 08/15-MBA oder 08/15-BBA verfehlt den eigentlichen Zweck des Abschlusses. Hierbei können aber auch neue Hochschulen gut im Kurs stehen, wenn sie für moderne Lehrmethoden, Kooperationen und Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen usw. bekannt sind.

Ich kann nur dringend davon abraten, das Studium abzubrechen. Schneller als in 36 Monaten ist es an keiner anderen deutschen Hochschule möglich, ein Grundstudium in BWL abzuschließen, somit auch nicht billiger.
Wer schneller fertig werden will, der muss schneller lernen und vorzeitig Prüfungen ablegen.
Man muss sich mal vorstellen, dass Ihr Cousin kein Abitur hat, somit froh sein kann, dass er überhaupt studieren kann. An den meisten Hochschulen werden noch erhebliche zusätzliche Vorleistungen verlangt, wie z. B. Aufstiegsfortbildungsprüfungen (staatlich geprüfter Techniker, staatlich geprüfter Betriebswirt usw.), zusätzlich wird oftmals sogar eine erheblich längere Berufspraxis verlangt. Ein jetziger Wechsel der Hochschule würde einen Zeitverlust bedeuten.

Wenn es erheblich billiger sein soll, bleiben nur staatliche Fachhochschulen, wissenschaftliche Hochschulen oder die Fernuniversität Hagen.
Hier aber nur mal als Vergleich: Erstens setzt z. B. die Fernuni Hagen erheblich höhere Maßstäbe zur Aufnahme des Studiums, zweitens würde ein einschlägiges Bachelorstudium in Vollzeit 4 Jahre dauern, in Teilzeit ganze 8 Jahre!
Sie sehen also, die drei Jahre an der Euro-FH sind schnell vorbei. Was an Präsenzhochschulen in Vollzeit 4 Jahre dauert, dauert an der Euro-FH in Teilzeit schon nur 3 Jahre. Würde es noch schneller gehen, wäre das nach deutscher Gesetzgebung schon kriminell...

Insgesamt halte ich das Grundstudium in BWL zum BA in Betriebswirtschaft an der Euro-FH für solide für alle möglichen weiteren Aufbaustudiengänge. Dennoch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es nicht zu Wissenslücken kommt, wenn ein Teilzeitstudium kürzer ist als ein Vollzeitstudium an einer Präsenzhochschule...
Schneller gehts beim besten Willen nicht. Wenn später was bestimmtes angestrebt wird, empfehle ich ein Master-Studium, das speziell in die Tiefe geht.

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