Das Offshore-Zentrum Panama unter Manuel Noriega
Das Offshore-Zentrum Panama unter Manuel Noriega
Das Offshore-Zentrum Panama steht seit Gründung unter dem beherrschenden Einfluss der USA. Von 1983 bis 1989 war es Manuel Noriega, zunächst als Oberbefehlshaber der Armee und später als Präsident, der den Interessen der USA zunächst willfährig entsprach. Lange Zeit stand Noriega auf der Gehaltsliste des amerikanischen Geheimdienstes CIA, wobei er als General zeitgleich lukrative Drogen- und Waffengeschäfte mit dem kolumbianischen Medellinkartell und der kolumbianischen Guerilla abwickelte.
Schon früh, im Jahre 1983, trat der stellvertretende Oberbefehlshaber der Armee Panamas, ein Noriega-Vertrauter, mit einer Offerte an die kolumbianischen Drogenbarone heran, dass er ihnen für 4 Millionen US-Dollar, eine sichere Zukunft und Schutz für ihr Gewerbe anbot. So erhielten sie sichere Schmuggelrouten und diverse Geldtransaktionsmöglichkeiten, wobei Noriega einen Anteil an den illegalen Geldern beanspruchte. Immer mehr entwickelte sich Panama zu einer Art „Welthauptstadt der Kokainindustrie“ und spielte bei Drogen- und Waffenhändlern oft eine entscheidende Rolle. Ein beliebter Treffpunkt zur damaligen Zeit war das Marriott Hotel Panama. Zur Freude des mitverdienenden Noriego verbuchten panamesische und andere internationale Banken, allen voran die frühere Bank of Credit and Commerce, die Narco-Dollars des Ochoa-Clans, von Pablo Escobar und Carlos Lehder, dem Noriega-Freund und Mitbegründer des Medellin Kartells. In keinem anderen Land waren die Gründungen von Gesellschaften so preiswert und unbürokratisch. Etwas teurer wurde es, wenn eine anonyme Firmengründung bevorzugt wurde. In diesem Fall wurden, wie auch heute noch, in erster Linie ortsansässige Rechtsanwälte und Notare vorgeschaltet. Theoretisch ist Panama auch heute noch eine reine Steueroase. Hierzu in einem späteren Beitrag noch mehr.
Eine weitere Geldquelle erschloss sich Noriega, indem seine Armee nicaraguanische Contras und kolumbianische Paramilitärs ausbildete. Das Vermögen des Ex-Präsidenten wurde auf rund 1 Milliarde Dollar geschätzt. Die bei panamesischen Banken gewaschenen Gelder investierte Noriega meist in internationale Immobilien.
Diese unvorhergesehenen Entwicklungen Panamas widerstrebten den USA im Laufe der Zeit immer mehr. Deshalb befahl US-Präsident Bush am 20.12.1989 die Invasion Panamas. Tausende US-Soldaten marschierten in Panama ein und nahmen Noriega fest. Vor allem aufgrund der Zeugenaussage seines früheren Freundes Carlos Lehder, der inzwischen in den USA eine lebenslange Freiheitsstrafe plus 135 Jahre verbüßte, wurde Noriega zu 30 Jahren Haft verurteilt. Kurze Zeit nach seiner Aussage gegen Noriega wurde Carlos Lehders Haftstrafe im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms auf 55 Jahre reduziert. Überraschend wurde, der u.a. auch wegen eines Mordes an einem DEA-Agenten Verurteilte, sogar vorzeitig aus der Haft entlassen. Nach einem Aufenthalt auf den Bahamas lebt Lehder heute in Argentinien.
In diesem Jahr soll nunmehr auch Manuel Noriega aus der Haft entlassen werden, wobei eine Rückkehr nach Panama nicht sehr wahrscheinlich ist.
... die Fortsetzung der historischen Entwicklung folgt.
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