Informationen rund um den Standort Costa Rica.
Wirtschaftsstruktur
Costa Rica hat eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft. Traditionelle Exportgüter wie Kaffee und Bananen haben zwar an Bedeutung verloren, die Landwirtschaft bleibt aber nach dem Tourismus wichtigster Devisenbringer des Landes. Costa Rica konnte zahlreiche ausländische, insbesondere US-amerikanische Investoren anziehen und damit seine Exportpalette diversifizieren. Mit den USA und den übrigen zentralamerikanischen Staaten sowie der Dominikanischen Republik wurde ein Freihandelsabkommen unterzeichnet (CAFTA), über dessen Ratifizierung am 7. Oktober 2007 in einem Referendum positiv entschieden wurde. Die kontroversen Diskussionen über CAFTA im Vorfeld des Referendums schlugen sich auch in dem Abstimmungsverhalten nieder: Mit 51,8 % der Stimmen siegten die Befürworter der Ratifizierung mit nur 3 % Vorsprung vor den Gegnern. Damit CAFTA in Kraft treten kann, müssen jedoch noch 13 Begleit-Gesetze im Parlament verabschiedet werden, die der Umsetzung des Freihandelsabkommens dienen, z.B. zur Aufhebung des staatlichen Versicherungsmonopols sowie zur Öffnung des Telekommunikationsmonopols in den Bereichen Mobiltelephonie und Internet.
Die costaricanische Wirtschaft wuchs im Jahr 2006 mit 8,2 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) noch stärker als im Vorjahr (2005: 5,9 %). Für 2007 und 2008 wird ein Wirtschaftswachstum von lediglich 5 % bzw. 3,8 % erwartet. Nachdem 2005 die Exporte bereits um 11,5 % anstiegen, konnten im Jahr 2006 Steigerungsraten von 17,1 % erzielt werden. Das Haushaltsdefizit betrug 2006 nur noch 0,51,07 % (Vorjahr: 2,3 %). Dank gesteigerter Steuereinnahmen soll 2007 das Defizit sogar unter die 1 %-Grenze sinken. Die Verschuldung ist im letzten Jahr um etwa 3 % auf ca. 1 % des BIP gesunken. Die Regierung benötigt, um dringend notwendige Investitionen in die Infrastruktur des Landes zu tätigen, zusätzliche Steuereinnahmen. Abhilfe sollte eine umfassende Finanz- und Steuerreform schaffen, die seit über vier Jahren im Parlament beraten wurde. Die Regierung Arias hat verschiedene Teile der Reformgesetzgebung wieder dem Parlament vorgelegt; bis jetzt wurden sie jedoch noch nicht verabschiedet.
Die Wettbewerbsfähigkeit wurde bis Ende 2006 durch tägliche, marginale Abwertungen der Landeswährung Colón gegenüber dem US-Dollar gesichert. Um sich größeren Spielraum in der Geldpolitik zu verschaffen und die Inflation wirksam zu bekämpfen, führte die Zentralbank zum 17. Oktober 2006 einen Wechselkurskorridor ein. Dieser erlaubt dem Colón, innerhalb einer von der Zentralbank durch Interventionskäufe gestützten Bandbreite zu floaten. 2006 ging die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahr stark zurück, von 14,1 % (2005) auf 9,4 % (2006). Für die kommenden zwei Jahre strebt die Zentralbank einen weiteren Rückgang auf 8 % (2007) bzw. 6 % (2008) an.
Wichtigste Wirtschaftszweige
Die Strukturen der costaricanischen Wirtschaft haben sich innerhalb weniger Jahrzehnte dramatisch verändert: Costa Rica hat sich vom Agrarstaat zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt. Während die Landwirtschaft 1965 noch 23,5% zum BIP beitrug, beläuft sich 2005 die Ziffer nur noch auf 7,9%; Dienstleistungen und Industrie haben hingegen einen Anteil von 59,9% bzw. 20,2 %. Für den Arbeitsmarkt und den Export ist die Landwirtschaft mit einem Anteil von 15% noch von großer Bedeutung.
In den letzten Jahren bemühte sich Costa Rica erfolgreich um Investitionen ausländischer Firmen, vor allem auch im Hightech-Bereich. Der amerikanische Chiphersteller Intel, der 1996 seine Fabrik in Costa Rica errichtete, trug mit einem Exportwert von 1,75 Mrd. USD (2006) zu den Ausfuhren bei. Aber auch andere, vor allem US-Großfirmen, haben sich mit erheblichen Investitionen in Freihandelszonen in Costa Rica niedergelassen. 2003 erwarb die Deutsche Post AG den Logistik Dienstleister CORMAR, 2005 investierte die Firma Ristic AG in eine moderne Fabrikanlage für den Export von Garnelen in Puntarenas. Im Oktober 2007 begann das Unternehmen Continental AG den Bau einer Produktionsstätte für Autoelektronik im Gewerbegebiet von Alajuela.
Der Tourismus ist inzwischen wichtigster Devisenbringer des Landes (Einnahmen 2005: 1,5 Mrd. USD), obwohl 2006 die Zahl der Touristen und damit auch die Einnahmen durch den Tourismus zum ersten Mal seit Jahren stagniert haben. Insbesondere der sogenannte "Ökotourismus" bringt Gäste nach Costa Rica. Knapp 30% der Landfläche stehen unter Naturschutz.
Für die Stromerzeugung ist Wasserkraft besonders wichtig (ca. 90%). Bei Öl besteht volle Importabhängigkeit.
Außenwirtschaft
Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costaricanischen Wirtschaft dar, die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ. Obwohl die traditionellen Agrarexportgüter (Bananen und Kaffee, in den letzten Jahren zunehmend Ananas und Melonen) Steigerungsraten verzeichnen, stellen sie nur noch rund 16,7 % der Gesamtausfuhren (2006). Hauptexportgüter sind mittlerweile integrierte Schaltkreise und Mikrochips (ca. 20 %), gefolgt von medizinischer Ausrüstung und Medikamenten. Trotz Einnahmen aus dem Tourismus bleibt ein Leistungsbilanzdefizit, das zu 90 % durch direkte ausländische Investitionen (2006: ca. 1,41 Mrd. USD) finanziert wird.
Dominierender Handelspartner sind mit einem Anteil von knapp 40% die USA, obwohl seit 2000 der Anteil von etwa 52 % auf 39 % gesunken ist. Stattdessen gewinnt der asiatische Markt zunehmend an Bedeutung für die costaricanische Wirtschaft (Exporte: 2000 5 %, 2006 17 %, Importe: 9 % bzw. 16 %). Deutschland gehört innerhalb der EU zu den wichtigsten Handelspartnern Costa Ricas.
Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen
Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATTGATT und war 1995 Gründungsmitglied der WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano), dem auch Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua angehören. Freihandelsabkommen bestehen mit Chile, Mexiko, der Dominikanischen Republik, Kanada und Caricom. Das Anfang 2004 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen den zentralamerikanischen Staaten und den USA muss noch ratifiziert werden, ebenso das im August 2007 unterzeichnete Freihandelsabkommen mit dem Nachbarstaat Panama.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird routinemäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
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