Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1 (permalink)  
Alt 17.11.2007, 15:26
McNamara McNamara ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 11.04.2006
Beiträge: 1.350
Standard Berufsförderungsinstitut Berlin AG, falsche Berufszertifikate, Diplome, Urkunden

Berufsförderungsinstitut Berlin AG, falsche Berufszertifikate, Diplome, Urkunden

Eine zugelassene Firma mit dem Namen Berufsförderungsinstitut Berlin AG existiert nicht. Trotzdem werden falsche Diplome vom "Berufsförderungsinstitut Berlin AG" verkauft.

Folgende falsche Urkunden, Berufszertifikate und Diplome kann man beim Berufsförderungsinstitut Berlin AG kaufen:

Astrologe
Anlagenberater
Bankberater
Baubiologe
Betriebsökonom
Börsenkaufmann
Detektiv
Eheberater
Esoteriker
Fachberater
Finanzberater
Finanzmakler
Finanzökonom
Fachkaufmann
Geschäftsführer
IT-Manger
Industriefachwirt
Handelswirt
KFZ-Sachverständiger
Kulturpädagoge
Manager
Parapsychologe
Rechtsfachwirt
Rechtsökonom
Rechtsfachmakler
Seelsorger
Sexualtherapeut
Versicherungswirt
Versicherungsökonom
Versicherungsberater
Volkswirt

Ungeschützte Berufsbezeichnungen dürfen auch ohne Qualifikationsnachweis geführt werden. Geschützte Berufsbezeichnungen dürfen mit falschen Diplomen und Urkunden nicht geführt werden.


Strarechtlich relevant

Wenn ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber eine Urkunde vorlegt, die von einem "Berufsförderungsinstitut Berlin AG" ausgestellt wurde, handelt es sich um eine falsche oder gefälschte Urkunde.

Das ist riskant für Arbeitnehmer, weil es nicht nur arglistige Täuschung ist, sondern sie sich ggf.
- § 263 StGB wegen Betruges,
- § 267 StGB wegen Verwendung falscher Urkunden im Rechtsverkehr,
- § 132a StGB Verwendung von geschützten Berufsbezeichnungen bzw. Bezeichnungen, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind,
strafbar machen.
Bei bestimmten Berufen könnte man den Arbeitnehmer im Schadensfall großzügig belangen, z. B. wegen fahrlässiger Körperverletzung, wenn er Sicherheitsmaßnahmen bei seiner angeblichen Kompetenz hätte ergreifen müssen, die er mit falschen Berufsabschlüssen vorspiegelte.

Die Titelhändler sind auch nicht besser dran:
Wer jemanden zu einer Straftat
- §§ 26, 27 StGB anstiftet oder ihm dazu verhilft,
wird genauso bestraft, wie derjenige, der die Straftat begeht.

Bei dem Berufsförderungsinstitut Berlin AG handelt es sich noch nichteinmal um eine Briefkastenfirma. Es ist kein solches Unternehmen in Berlin oder sonstwo im Handelsregister eingetragen. Deswegen ist nicht auszuschließen, dass die Urkundenhersteller und Zwischenhändler zusätzlich Steuerhinterziehung betreiben.
__________________
McNamara
Wahrheit kann auch mal weh tun
Es lebe der Verbraucherschutz!
Mit Zitat antworten