Firmenkonstruktion USA / Isle of Man
Gentlemen,
Nach einigen Tagen Recherche im Netz bin ich auf Ihr Forum gestossen, das mir echt eine Oase inmitten der Wüste semi-seriöser Information überall im Internet scheint – soviel an Kudos vorab. :-)
Ich hätte folgende konkrete Situation, zu der ich gerne Feedback einholen würde.
Ich bin österreichischer Staatsbürger und auch hier ansässig. Ich plane eine Ausweitung meiner Geschäftstätigkeit in einem neuen Markt. Via Internet sollen Produkte (Tiernahrung) direkt an US-Konsumenten verkauft werden. Da die Abwicklung (Versand, Zoll) für einen Massenmarkt von Österreich aus zu aufwendig erscheint, planen wir die Gründung einer amerikanischen Firma, die die Verkäufe abwickelt. Die Produkte selbst werden auch in den USA als White-Label-Produkte eingekauft, von uns gebrandet und mit einem besonderen Marketingspin vermarktet. Da die Verkäufe rein übers Internet erfolgen und der Versand an einen Fulfillment-Dienstleister ausgelagert wird, der auch Betreiber des Web-Shops ist und Krediktkarten-Clearing übernimmt, ist keine physische Vertretung in den USA nötig, es sollte reichen, dass die Firma dort ihr registered office/agent hat. Diese unsere amerikanische Firma ist in keiner Weise im EU-Raum aktiv.
Die Konstruktion, die ich ins Auge gefasst habe, wäre nun folgende:
Vorauszuschicken wäre, dass es hierbei nicht um Anonymität geht, was hier im Forum oft das Thema ist, sondern um einfach um funktionierende Strukturen. Hauptthema sind Haftungsbeschränkungen (v.a. hinsichtlich oft absurder Schadenersatzforderungen wie das im US-Raum häufig ist, sollte unser Zulieferer fehlerhafte Produkte liefern, die Schaden verursachen.)
Wir gründen eine Private LTD auf der Isle of Man, die das Markenrecht an dem Produkt hält. Ich und mein Geschäftspartner sind sowohl Shareholder wie auch Directors.
Die LTD ist einziges Member einer amerikanischen LLC – mir wurden Delaware und Florida als Standorte empfohlen, aber ich lasse mich auch gern eines besseren belehren. Ich trete als Manager der LLC auf.
Die Gewinne der LLC werden in ihrem Eintragungs-Staat versteuert und fliessen in die LTD, wo sie akkumuliert werden. Meinen Informationen nach gibt es in Österreich keine Hinzurechnungsbesteuerung wie in Deutschland, die Gewinne könnten also ganz legal in der Isle-of-Man-LTD thesauriert werden und dann nach einigen Jahren nach einer Übersiedlung auf die Kanalinsel ausgeschüttet werden.
Was halten Sie von diesem Szenario? Hab ich da grobe Fehler drinnen?
Ich habe gelesen, dass es für eine amerikanische LLC, die im ausländischen Besitz steht, mit nicht-resident Geschäftsführer unmöglich ist, ein Konto bei einer US-Bank zu bekommen. Stimmt das? Und, wenn ja, hätten wir Nachteile in unsrem Geschäftsleben, wenn unser Konto nicht bei einer amerikanischen Bank führen, sondern an einem Offshore-Standort?
Über Feedback von kompetenter Seite würd ich mich echt freuen ..
Vielen Dank,
Marvin
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