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Adelstitel, Feudaltitel, Ritterorden, Familienwappen, Geistliche Ordensgemeinschaften Rechtliche Grundlagen und Betrachtung: Anbieter, Preise und Möglichkeiten im Bereich Adelstitel, Ritterorden, Geistliche Orden, Familienwappen, Markenzeichen, Firmenwappen, Feudaltitel und sonstige Titel, Militärränge, Dienstgrade usw. U. a. umfassende Informationen zu folgenden Themen: Adelserwerb, Adelsübertragung, Adelsverleihung, Adelserteilung, Adelsprädikate, Adelsverlust, Adelsentsetzung, Adelsentzug, Adelsverzicht, Adelssuspension, Adelsmatrikel, Adelsbücher, Adelsgeschlechterverzeichnisse, Adelsusurpierung, Adelsanmaßung, Selbstadelung, Adelstitel, Adelsnamen, ruhende Adelstitel, Ordensnamen.
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Alt 13.04.2006, 00:14
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Standard Erstellen von Familienwappen, Wappenerstellung, Wappenbestandteile, Wappenrolle

Grundlagen zur Erstellung
eines Familienwappens


Traditionell wird das Familienwappen als bildliche Ergänzung zum Familiennamen verstanden. Deswegen sollte es nicht einfach willkürlich zusammengesetzt werden, sondern dem Familiennamen vom Sinn her entsprechen.
Ein Wappen darf nicht schon von einer anderen Familie geführt werden. Wenn also ein neues Wappen gestiftet wird, so muss unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich stark genug von bereits bestehenden Wappen unterscheidet. Das neue Familienwappen muss also zwingend ein Unikat sein.
Ein neues Wappen zu schaffen stellt somit schon eine Art Spagat dar, denn einerseits muss es individuell sein, andererseits soll es den Bezug zur Familie nicht verlieren.

Wer ein neues Familienwappen schaffen will, der sollte sich bemühen, möglichst viel über die Vorfahren herauszufinden.
Es ist zwar nicht unmöglich, dass Sie auf ein altes Wappen stoßen, das Ihre Familie bereits getragen hat, die Chancen auf ein solches Wappen zu stoßen und gleichzeitig die genealogische Stammfolge nachweisen zu können, ist aber in der Tat gering.
Da es jedoch kein Problem darstellt, ein neues Wappen zu stiften, sollte das nicht weiter beunruhigen. Traditionelle Elemente sollten aber möglichst eingebracht werden.

Das Familienwappen sollte für alle nachfolgenden Generationen bestimmte wichtige Inhalte aufweisen. Wer einen Namen trägt, der auf ein bestimmtes Tier, eine Pflanze, einen Beruf oder ein Werkzeug hinweist, dem bietet es sich an, diese Figur in das Wappen einzubringen.
Das Wappen sollte möglichst die Herkunft der Familie, möglichst auch die Region wiedergeben; die symbolische Wiedergabe des Familiennamens oder traditioneller Berufe der Familie oder des Wappenstifters bietet sich ebenfalls an. Es dürfen ruhig einzelne Bestandteile des Städte- oder Gemeindewappens verwendet werden, wenn z. B. die Familie dort bereits über Generationen ansässig ist.
Es sollte aber nicht alles durcheinander geworfen werden, was man von den Vorfahren zusammengetragen hat. Es ist am besten, wenn man sich diejenigen Elemente auswählt, die auch zusammen passen.
Die verwendeten Symbole sollten aber nicht zu kompliziert dargestellt werden; zum einen, damit man es von weitem klar zuordnen kann, zum anderen damit es auch in kleiner Form wie Briefkopf, Siegel oder ähnlichem noch klar erkennbar bleibt.
Das Wappen sollte nicht zuviel vom Wappenstifter persönlich enthalten, da ansonsten die nachfolgenden Generationen nichts mehr mit dem Wappen verbinden würde.

Buchstaben und Zahlen sind bei Familienwappen nicht erlaubt, ebenso wenig moderne Logos oder lediglich Freizeitinteressen.
Auch neue Wappen müssen den überlieferten Regeln der Heraldik entsprechen.
Eine einmal gewählte Stilart muss in allen Wappenbestandteilen beibehalten werden.


Näheres zu den Wappenbestandteilen:

Ein Vollwappen setzt sich im Allgemeinen aus dem Schild mit Schildinhalt - und dem Helm, der Helmzier und der Helmdecke – oft als Oberwappen bezeichnet – zusammen.
Die genannten Wappenbestandteile – der Begriff Wappen stammt übrigens von ’Waffen’ – sollten möglichst originalgetreu eingebracht werden.


Der bedeutendste Bestandteil ist der Schild. Noch heute bestehen Länder- und Städtewappen ausschließlich aus einem Schild.
Heute sind halbkreisförmige Rundschilder in Familienwappen üblich.

Als Schildbilder werden sog. Heroldsbilder (durch Linien geteilte Farbflächen) und gemeine Figuren wie Lebewesen (beliebt sind Jagdwild, Löwe, Adler oder Fabelwesen), Phantasiegebilde und Gegenstände (meistens Werkzeuge oder Gebäude) verwendet, die auch miteinander kombiniert werden können. Werden Tiere verwendet, bieten sich zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten bezüglich der Stellungen, Verzierungen und Gerätschaften an. Die Figuren sollten möglichst einfach, klar erkennbar und realistisch dargestellt werden. Nicht selten neigen Wappenstifter zu Übertreibungen, sodass das Wappen dann zwar wuchtig wirkt, aber den eigentlichen, traditionellen Zweck verfehlt.
Die damaligen Zeichen wurden als Erkennungszeichen verwendet, die man von weitem klar erkennen können musste.


Für bürgerliche Wappen wird der Stechhelm verwendet, für adlige Wappen der Bügelhelm.
Als Nebenbestandteile können für adlige auch Rangabzeichen wie Krone, Kranz, Halskleinode, Ordensketten, Reichsapfel, Zepter und Wappenmantel (oft aus Hermelin) verwendet werden.
Die Krone wird auf den Helm, in der Regel direkt auf den Helmwulst oder Bund gesetzt, der die Farben der Helmdecke wechselfarbig wiedergeben soll, da dieser Wulst traditionell aus der Helmdecke bestand. Ränge werden durch Zacken, Kugeln oder Blätter, die zahlenmäßig immer ungerade sind, an der Krone wiedergegeben.
Die Kronen werden in Deutschland in allgemeine Adelskrone, Freiherrenkrone, Grafenkrone, Fürstenkrone, Herzogskrone, Königskrone und Kaiserkrone unterschieden.
Bei kirchlichen Wappen wird anstelle des Helmes der Patriarchenhut benutzt.
Der Helm steht frontal auf dem Schildrand, wenn der Schild gerade steht. Wird der Schild geneigt dargestellt, hat der Helm auf der linken oberen Ecke des Schildes seinen Platz (natürlich vom Schild ausgesehen).
Als Nebenbestandteil wurden früher von vornehmen Familien auch Schildhalter, Wappenhalter oder Bannerhalter eingesetzt (meistens Tiere oder Menschen).

Die Helmzier wird oft durch Geweihe, Büffelhörner, Federbüsche, Flügel oder ähnliches ergänzt. Die Helmzier ist fest mit dem Helm verbunden und darf nicht losgelöst gezeichnet werden.
Die Helmzier muss dorthin gewendet sein, in die Richtung, in die der Helm gewendet ist.

Ursprünglich wurde die Helmdecke klar erkennbar im Familienwappen wiedergegeben. Heute wird die Helmdecke meistens sehr dekorativ ausgestaltet (meistens Blattwerk, zerfetzte Tücher und ähnliches), oft noch mit Fransen und Zotteln garniert.
Dabei sollten die Metalle innen angebracht werden und die Farben außen. Die Farben der Helmdecke sind möglichst passend zu den Schildfarben zu zeichnen. Die Helmdecke fällt traditionell vom Scheitel des Helmes herunter.



Grundsätzliches zu Metallen und Farben

Während Bilder für ein Wappen nicht zwingend erforderlich sind, kommt den Farben und Metallen eine besondere Bedeutung zu. Ein Wappen ohne Farbe oder ohne Metall ist nicht zulässig; es muss mindestens ein Metall und eine Farbe enthalten. Durch die Farbgestaltung und Kontraste stellen sie ein besonderes Merkmal des Familienwappens dar.
Zwar sind Kontraste dazu geeignet, das Familienwappen einzigartig darzustellen, sodass es sich von anderen Familienwappen klar unterscheidet; das Wappen sollte aber nur Farben enthalten, die zueinander passen. Es wäre also unsinnig, alle Farben und alle Metalle gleichzeitig zu verwenden.

Als Farben werden ausschließlich Schwarz, Rot, Grün und Blau angesehen und traditionell in ihren Grundtönen verwendet. Eine Verwendung von verschiedenen Helligkeiten einer Farbe ist nicht erlaubt.
Die Farbe Purpur bzw. Violett zählt eigentlich nicht zu den erlaubten Farben. Diese Farbe hat sich mehr oder weniger eingeschlichen, als Heraldiker es nicht so genau nahmen. Man könnte sagen, dass Purpur zu den geduldeten Farben zählt.
In Großbritannien ist zusätzlich Orange und Braun erlaubt.
Die Metalle werden mit Gelb für Gold und Weiß für Silber dargestellt und bilden den Kontrast zu den Farben. Fleischfarben dürfen in besonderen Fällen, wenn menschliche Figuren dargestellt werden, ebenfalls verwendet werden.
Es muss traditionell korrekt darauf geachtet werden, dass Farben nicht auf Farben stoßen und Metalle nicht auf Metalle.

Die Farben und Metalle können auch in Schwarz-Weiß dargestellt werden:
Schwarz: Schwarz oder kariert
Rot: vertikale Linien
Grün: schräg abfallende Linien
Blau: horizontale Linien
Purpur: schräg aufsteigende Linien
Gold: punktiert
Silber: Weiß


Es sollte auch keinesfalls auf die Blasonierung verzichtet werden, also die fachmännische Beschreibung des neuen Familienwappens. Die genaue Terminologie soll sicherstellen, dass das Familienwappen auch ohne Vorlage allein aufgrund der Beschreibung nachgezeichnet werden kann. Wenn Sie sich z. B. an einen Heraldiker wenden, der Ihr Wappen fachmännisch erstellen soll, könnten Sie zuvor eine Blasonierung anfertigen, nach der der Heraldiker dann die Wappenzeichnung vornehmen kann.
Das geht aber heutzutage auch einfach gemäß telefonischer Absprache, nach der sich der Heraldiker Notizen macht. Oft erstellen die Heraldiker dann die Blasonierung zum Familienwappen gleich mit. Eine korrekte Blasonierung lässt eine neue nahezu identische Anfertigung des Wappens zu, wenn das Wappen abhanden gekommen ist.

Ein paar gebräuchliche heraldische Fachbegriffe hierzu sind:
Gespaltener Schild: senkrecht in zwei Hälften aufgeteiltes Wappen
Geteilter Schild: waagerecht aufgeteiltes Wappen
Schrägbalken: Verlauf von rechts oben nach links unten (vom Schild aus gesehen)
Heroldsbilder: Kurven, Spitzen, Rauten usw.
Gemeine Figuren: Tiere, Pflanzen, Bilder aus der Natur und des Menschen, Gegenstände aller Art
Bordüren: schmale Trennlinien, die an bestimmten Elementen entlang verlaufen.
Balken: Band im Wappenschild
Sparren: diagonale Streifen, die sich in der Spitze treffen
Tinkturen: Farben


Devisen sind heutzutage weniger gebräuchlich. Devisen waren ursprünglich praktisch Schlachtrufe, die oberhalb oder unterhalb des Wappens hinzugefügt wurden.
Inzwischen kann das Spruchband aber auch als Motto oder Wahlspruch dienen, das dann oberhalb der Helmzier oder unterhalb der Schildkante eingesetzt werden kann.


Eine Wappenbegründung dient dazu, späteren Generationen die Deutung der Symbole und Farben zu ermöglichen. Oft können alte Familienwappen nach den Symbolen nicht mehr gedeutet werden, weil die Wappenbegründung fehlt.
Deswegen sollte bei einer Neustiftung eines Familienwappens ebenfalls eine Wappenbegründung angefertigt werden.


Ein Familienwappen kann nur in eine anerkannte Wappenrolle eingetragen werden, wenn die entsprechenden Kriterien eingehalten werden. Die Eintragung in die Wappenrolle ist insofern wichtig, als das man durch diese Eintragung Missbrauch durch andere vorbeugen kann.
Daher sollten sämtliche überlieferte Bestimmungen eingehalten werden.
Eine anerkannte Wappenrolle ist z. B. die Deutsche Wappenrolle – kurz DWR – in Berlin.


Wie sie sehen, ist es als Laie gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, sämtliche heraldische Gesetze und Richtlinien einzuhalten.
Daher empfehle ich Interessenten an Familienwappen, sich an erfahrene Heraldiker und Wappenzeichner zu wenden.

Nach meinen Erfahrungen sind diese Adressen empfehlenswert:
www.wappen-billet.de
www.zum-kleeblatt.de
www.wappen-loewe.de

Dort ist auch eine Ahnenforschung möglich, um ein evtl. vorhandenes altes Familienwappen aufzuspüren.
Die Preise für ein Familienwappen eines seriösen Wappenzeichners liegen bei etwa 500,- bis 600,- Euro. Von Billigangeboten rate ich dringlichst ab! Meistens bekommen Sie dafür nur irgendein ausgedrucktes Wappen, das aus irgendeiner Datenbank kopiert wurde.
Mal davon abgesehen, dass Sie für Ihr gezahltes Geld dann praktisch kaum eine Leistung bekommen würden, würden Sie das Wappen dann unbefugt führen.
Das Wappen kann über zahlreiche nachfolgende Generationen kostenlos getragen werden, sodass der Preis von etwa 600,00 Euro durchaus akzeptabel erscheint.
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