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Kurzabriss über Adelstitel in diversen Ländern Europas, Russlands usw.

in Staatsangehörigkeiten, Pässe & Titel; Deutsche Adelstitel, deutscher Adel Am 11. August 1919 beschloss die Nationalversammlung die Verfassung des Deutschen Reichs (Weimarer Verfassung) und legte ...


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  #1  
Alt 26.03.2006, 22:11
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Standard Kurzabriss über Adelstitel in diversen Ländern Europas, Russlands usw.



Deutsche Adelstitel, deutscher Adel

Am 11. August 1919 beschloss die Nationalversammlung die Verfassung des Deutschen Reichs (Weimarer Verfassung) und legte in Art. 109 die Aufhebung des Adelsstandes endgültig fest. Das Adelsprädikat wurde von dort an Bestandteil des Familiennamens, wodurch die ehemaligen Adelsbezeichnungen komplett nach dem Vornamen als Familienname geführt werden. Die Rechtsprechung erlaubt eine geschlechtsspezifische Anpassung des Namens.
Artikel 3 des Grundgesetzes (GG - das Grundgesetz Deutschland, deutsches Grundgesetz) erklärt sinngemäß: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Dadurch kann der Name nur durch Heirat, Geburt oder Adoption weitergereicht werden.

Das von vor einem Familiennamen muss nicht zwangsläufig auf eine adlige Herkunft hindeuten (niederer Adel). Es ist vielmehr ein Herkunftsverweis, lässt also Rückschlüsse auf die ursprüngliche Heimat der Familie zu. Ein Adelstitel war das von ursprünglich nicht.

Der BGH vertritt die Auffassung, dass ein Adoptionsvertrag zum Erwerb eines Adelstitels nichtig ist (BGH, Urt. v. 10.10.1996 – III ZR 205/95, MDR 1997, 164; ebenso für die entgeltliche Verschaffung des Hoflieferantentitels RG, Urt. v. 05.01.1915 – VII 385/14, RGZ 86, 98).


Österreichische Adeltitel, österreichischer Adel

Adelstitel und die Privilegien des Adels wurden am 3. April 1919 in der Republik Deutschösterreich (1918-1919) abgeschafft und der Gebrauch von Prädikaten und Titeln unter Strafe gestellt, StGBl. Nr. 211. Die 1920 beschlossene Bundesverfassung der Republik Österreich stellt in Artikel 7 fest:
Zitat:
Alle Bundesbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.
Im Habsburger-Gesetz wurden besondere Regelungen für Mitglieder des ehemals regierenden Hauses getroffen.


Schweizerische Adelstitel, Schweizer Adel

Der Adel und das Patriziat haben keine staatsrechtliche Stellung mehr, haben aber immer noch einen bedeutungsvollen Einfluss. Prädikate und Titel können nach eigenem Ermessen geführt werden, aber nicht in amtliche Ausweise und sonstige Dokumente eingetragen werden, weil Adelstitel in der Schweiz nicht als Namensbestandteil angesehen werden. Darum ist auch eine Neueintragung eines Familiennamens mit dem Zusatz "von" nicht möglich.


Belgische Adelstitel, belgischer Adel

Der König hat das Recht, Adelstitel zu vergeben. Ausländische Adlige gelten nur dann als adlig, wenn sie durch Vorschlag des Conseil Héraldique vom König in den Adel aufgenommen werden. Es gibt in Belgien einen persönlichen und einen erblichen Adel. Der persönliche Adelstitel verfällt mit dem Ableben des Titelinhabers. Die erblichen Adelstitel sind entweder auf alle Nachkommen oder nur auf männliche Erstgeborene übertragbar.


Niederländische Adelstitel, niederländischer Adel

Durch die niederländische Verfassung von 1848 wurden sowohl die Adelsprivilegien als auch das königliche Vorrecht der Nobilitierung abgeschafft. Heutzutage besteht der niederländische Adel überwiegend aus Landbesitzern. Der niederländische Adel ist nicht untituliert. Namensbestandteile wie „van“ oder „de“ sind meistens kein Indiz auf adlige Namen.


Britische Adelstitel, britischer Adel

Der britische Adel ist in den niederen Adel (Gentry) und den Hochadel (Peerage) eingeteilt. Den Kern der Gentry bildete der untitulierte Landadel. Dann gibt es noch die Ritter (Knights), deren Titel nicht vererbbar sind. Der höchste Titel des Hochadels ist der Herzog (Duke). Der Titel Prinz bzw. Fürst (Prince) steht nur den Nachkommen der regierenden Könige zu. Der älteste Adelstitel im Vereinigten Königreich ist der Baron, die niedrigste Stufe des Hochadels. Standeserhöhungen gelten immer noch als Beweis des Erfolgs in der britischen Gesellschaft.


Luxemburgische Adelstitel, luxemburgischer Adel

Im Unterschied zu Holland werden noch immer Erhebungen in den Adelsstand vom Großherzog vorgenommen, höhere Titel wie Graf (Comte) sind überwiegend ausländischen Fürstlichkeiten vorbehalten.


Adelstitel Fürstentum Liechtenstein, liechtensteinischer Adel

Der Landesfürst Hans-Adam II. kann, weil er als Staatsoberhaupt ein souveräner Fürst ist, Titel, Orden und Ehrenzeichen verleihen, also auch adeln. Die Fälle von Nobilitierungen sind aber sehr selten. Ehrungen von Personen erfolgen durch die Verleihung von fürstlichen Titeln (z. B. Fürstlicher Rat, Fürstlicher Hofrat, Fürstlicher Justizrat, Fürstlicher Kommerzienrat, Fürstlicher Studienrat, Geistlicher Rat)


Französische Adelstitel, französischer Adel

Die französischen Adelstitel wurden durch die Revolution ausgelöscht. Durch Napoleon I. wurde ein neuer Adel, neue Titel und Wappen errichtet. Dem Adel wurden durch das Bürgerkönigtum (Louis Philippe) seine Rechte abgenommen, die 2. Republik schaffte den Adelsstand ab. Dann hat Napoleon III den Adelsstand wiederaufleben lassen. Die 3. Republik schaffte den Adel dann aber entgültig ab. Adelstitel sind in Frankreich seit dem Namensbestandteil.


Italienische Adelstitel, San Marino, Vatikan, italienischer Adel

Der Adel wurde in Italien 1946 abgeschafft, die Titel dürfen aber in amtlichen Papieren verwendet werden. Nur der Vatikan und die Republik San Marino können noch italienische Adelstitel vergeben. Der Vatikan macht das jedoch schon seit dem Pontifikat Johannes XXIII. nicht mehr. Die Republik San Marino verlieh hingegen Adelstitel bis vor etwa 30 Jahren an Ausländer.


Polnische Adelstitel, polnischer Adel

Durch die Verfassung von 1921 wurde der Adel abgeschafft und die Verwendung von Adelstiteln verboten. Die Verfassung von 1935 hob das Verbot wieder auf, ohne dass der Adel neu gegründet wurde. Seitdem wurde das Benutzen von Titeln mehr oder weniger toleriert. Durch Wiedereinführung der Verfassung von 1921 wurde der Titelgebrauch erneut abgeschafft. Als Gesellschaftsklasse existiert der Adel nicht mehr.


Russische Adelstitel, russischer Adel

Durch die russische Revolution vom Oktober 1917 wurde der Adel abgeschafft. Unter kommunistischer Herrschaft wurden viele Adlige verfolgt, inhaftiert und erschossen und die Zarenfamilie wurde nach Sibirien verbannt. Nach 1991 wurden Adelsverbände und Organisationen der adligen Traditionspflege wieder erlaubt, aber als Gesellschaftsschicht besteht der russische Adel nicht mehr.


Dänische Adelstitel, dänischer Adel

Die Verfassung von 1849 hob die Vorrechte des Adels auf. Es gibt nur drei Rangstufen: unbetitelter Adel, Freiherren und Grafen. Das Staatsoberhaupt führt keine Nobilitierungen oder Standeserhöhungen mehr durch.


Finnische Adelstitel, finnischer Adel

Der finnische Adel ist überwiegend schwedischen Ursprungs. Nur wenige Adlige sind Grundbesitzer. Heute gibt es etwa 200 Geschlechter. Es gibt drei Rangstufen: unbetitelter Adel, Freiherren und Grafen.


Norwegische Adelstitel, norwegischer Adel

Im Mittelalter standen die vom König nominierten Jarle an der Spitze einzelner Landschaften. Einige dänische Adelsgeschlechter sind während der Personalunion mit Dänemark (1397 -1814 ) nach Norwegen eingewandert; ihnen kam aber keine besondere Bedeutung zu. 1815 wurde der Adel durch das Parlament abgeschafft.


Schwedische Adelstitel, schwedischer Adel

Prinzen- und Herzogstitel stehen nur erbberechtigten Mitgliedern des Königshauses zu. Die Verfassungen von 1809 und 1865 galten bis 1975, wodurch der Monarch das Recht hatte, Erhebungen in den Adelsstand und Einbürgerungen ausländischen Adels vorzunehmen. Ausländische Adlige mit schwedischer Staatsbürgerschaft werden nicht zum schwedischen Adel gezählt. Bis 1809 wurde der Adel meist ohne „von“ verliehen . Nach 1809 wurde das schwedische "af " verwendet oder der Adel ohne Prädikat verliehen.


Spanische Adelstitel, spanischer Adel

In Spanien wurde der Adel durch die republikanische Verfassung von 1931 aufgehoben und durch General Francisco Franco 1948 wieder eingeführt. Er besteht aus dem Hochadel (Granden). Nobilitierungen wurden wieder eingeführt und sind auch heute noch möglich.


Portugiesische Adelstitel, portugiesischer Adel

Im 14. Jahrh. wurde unter König Johann I. der erbliche Adel in Portugal eingeführt. 1790 wurde die adlige Gerichtsbarkeit abgeschafft. 1820 verlor der Adel durch die Revolution seine Vorrechte. 1910 wurde der Adel durch die Republik komplett abgeschafft.


Ungarische Adelstitel, ungarischer Adel

Durch die Abschaffung des Adels nach 1945 wurde dem ungarischen Adel die Existenzgrundlage genommen. Viele Adlige emigrierten erst 1956 nach Deutschland oder Österreich.


Geändert von McNamara (17.04.2007 um 02:49 Uhr)
  #2  
Alt 13.12.2007, 00:24
Gesperrt
 
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Beiträge: 1
Standard was mich so ein wenig irritiert

ist dieses hier: Grundgesetzes (GG - das Grundgesetz Deutschland, deutsches Grundgesetz)
in Deutschland gibt es ein sog. Grundgesetz. Dieses Grundgesetz, sagt doch aus, wie es auch schon der Name sagt, es ist ein Grundgesetz.
Dieses Grundgesetz - ist rechtlich gesehen, nichtig.
Dieses Grundgesetz wurde nach dem Kriege, von den Siegermächten erschaffen, nicht von den Deutschen!!
Es wurde von den Siegermächten den Deutschen aufgezwungen.
Kein anderes Land der Erde hat ein Grundgesetz, jedes Land hat eine Verfassung und eine Verfassung geht vom Volke aus.
Das deutsche Reich, welches nicht untergegangen ist, einfach mal googlen, dann findet man ein Gesetz, welches vom BGH verabschiedet worden ist, wo drin steht, das deutsche Reich besteht fort, ist lediglich nicht handlungsfähig.
Demzufolge sind auch alle Gesetze, die im Grundgesetz stehen, nichtig, womit ich aber nun nicht sagen will, alle sind jetzt vogelfrei und können machen was sie wollen, also nicht jetzt Wild, wild West!!
Und wenn das Grundgesetz nicht gültig ist, ist auch alles was beschlossen worden ist, nichtig.
Ergo lebt der Adel weiter.
  #3  
Alt 13.12.2007, 02:15
Moderator †
 
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Beiträge: 1.458
Standard Kurzabriss über Adelstitel in diversen Ländern Europas, Russlands usw.

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Zitat:
Dieses Grundgesetz - ist rechtlich gesehen, nichtig.
"Rechtlich gesehen"? Etwa nach dem "Dosenprüfer-Gesetz"?

Zitat:
Ergo lebt der Adel weiter.
Nicht in Deutschland.

Dosenprüfer, für diesen Schwachsinn wurden Sie kommentarlos gesperrt.

Wenn Sie sich nicht an die Gesetze Deutschlands halten können oder wollen, wandern Sie doch aus. Machen Sie nicht andere für Ihr eigenes Versagen verantwortlich.
Bevor Sie auch uns mit rechtsradikalen Parolen kommen - in anderen Foren äußern Sie sich ja bereits entsprechend - haben wir Sie aus dem Angebot genommen.
__________________
McNamara
Wahrheit kann auch mal weh tun
Es lebe der Verbraucherschutz!
  #4  
Alt 19.12.2007, 15:08
Moderator †
 
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Standard Kurzabriss über Adelstitel in diversen Ländern Europas, Russlands usw.

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Noch etwas, "Freund" Dosenprüfer:
Zitat:
Zitat von dosenpruefer Beitrag anzeigen
Ergo lebt der Adel weiter.
"Ergo" oder meinen Sie im "Ego"?

Wissen Sie, was ein Adelsverlust, ein Adelsentzug, eine Adelssuspension oder eine Adelsentsetzung ist? Sehen Sie mal hier:
Adelsverlust, Adelsentsetzung, Adelsentzug, Adelsverzicht, Adelssuspension
Der Adel wurde entzogen, als es ihn in Deutschland noch gab - raten Sie doch mal, warum.
Den sogenannten "Adel", dem Sie sich zugehörig fühlen, gab es auch zu Reichszeiten nicht (mehr). Ihr Versagen hat nichts mit der Bildung der Republik und Abschaffung des Adels zu tun; Ihr Versagen liegt viel weiter zurück. So viele Strohhalme können Sie nicht erfinden, um der Wahrheit zu entgehen.
__________________
McNamara
Wahrheit kann auch mal weh tun
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  #5  
Alt 10.05.2009, 10:12
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Beiträge: 1
Standard Merkwürdigkeiten

Guten Tag zusammen,

als Neuling hier gerade beim blättern muss ich doch schon mal den Kopf schütteln.

Es ist Unsinn, dass das Grundgesetz aufgezwungen wurde. Es ist im Auftrag der Alliierten geschaffen worden. Aber nicht vorgegeben. Mit dem Ergebnis waren sie so zufrieden, dass sie sich ein Einspruchsrecht vorbehalten haben. die Anerkennung bestimmter Teile alten Rechts schließen nach meiner Ansicht deshalb noch nicht den Fortbestand des Dritten Reiches ein.

Richtig ist, dass das Grundgesetz bestenfalls als Gewohnheitsrecht angesehen werden kann, denn es wurde niemals ratifiziert. Besteht also nicht "aus dem Willen des Volkes".

Wer glaubt, dass die ganze Welt eine Verfassung hat, sollte stellvertretend vielleicht einmal in der englischen nachschauen.

Dass das GG nicht das ist, wofür es manche Leute halten, steht auf einem anderen Blatt. Man benutzt es wie ein Stück Klopapier. Wenns passt werden schöne Blumen daraufgemalt, wenn nicht passt, wirds runtergespult.

Aus aktuellem Anlass weiß ich sehr genau, wovon ich spreche. So hätte ich mir niemals träumen lassen, dass man meine Frau auf Grund ihrer Herkunft als kriminell darstellt, dass wir seit mehr als einem Jahr zwangsweise getrennt leben müssen und dass das GG es nicht einmal ermöglicht das Totenbett der Schwiegermutter aufzusuchen. Soviel zum GG.

Das mir die Auslegung des GG nicht passt, dürfte nicht schwer zu verstehen sein. Dennoch ist es derzeitig zumindest das für die Kleinen geltende Recht, an das wir uns halten müssen.
  #6  
Alt 06.09.2009, 13:48
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Registriert seit: 06.09.2009
Beiträge: 2
Standard Titel passen nicht zur Demokratie

Zitat:
Zitat von Gast Beitrag anzeigen
Deutsche Adelstitel, deutscher Adel

Am 11. August 1919 beschloss die Nationalversammlung die Verfassung des Deutschen Reichs (Weimarer Verfassung) und legte in Art. 109 die Aufhebung des Adelsstandes endgültig fest. Das Adelsprädikat wurde von dort an Bestandteil des Familiennamens, wodurch die ehemaligen Adelsbezeichnungen komplett nach dem Vornamen als Familienname geführt werden. Die Rechtsprechung erlaubt eine geschlechtsspezifische Anpassung des Namens.
Artikel 3 des Grundgesetzes (GG - das Grundgesetz Deutschland, deutsches Grundgesetz) erklärt sinngemäß: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Dadurch kann der Name nur durch Heirat, Geburt oder Adoption weitergereicht werden.

Der BGH vertritt die Auffassung, dass ein Adoptionsvertrag zum Erwerb eines Adelstitels nichtig ist (BGH, Urt. v. 10.10.1996 – III ZR 205/95, MDR 1997, 164; ebenso für die entgeltliche Verschaffung des Hoflieferantentitels RG, Urt. v. 05.01.1915 – VII 385/14, RGZ 86, 98).
So und ich habe beim Googlen gefunden, dass schon 1790 in Frankreich die Adelstitel abgeschafft wurde. Da war die Monarchie noch in Kraft und der König war noch nicht ganz ohne Kopf.

Was war und ist der Grund für die Abschaffung:

So wie ich es verstehe, war und ist es für eine egalitäre Gesellschaft (Liberte, Egalite, Fraternite = Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) inakzeptabel, die Titel wie die Privilegien einer nichtegalitären Adelsgesellschaft beizubehalten.

Das Recht auf Beibehaltung des Titels im Namen passt nicht wirklich zur Idee einer egalitären Gesellschaft. Es besteht meines Wissens auch kein Rechtsanspruch auf die Anrede mit Titel, egal ob Adelstitel oder Dr.-Grad. Ein Rechtsanspruch hat keiner darauf, so angeredet zu werden.

Und zur Ausrede mit der Höflichkeit ist zu sagen, die Abschaffung und konsequenterweise dann eben auch die Verweigerung des Titels/Grads in der Anrede sollte man aus Respekt vor der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit aller Menschen beibehalten und jegliche Titelanrede vermeiden, egal oder der Gegenüber sympathisch und nicht ist. Das darf damit nichts zu tun haben. Die Titel-/Grad-Inhaber sollten schon aus eben diesem Respekt von sich aus auf die Führung und erst recht auf den Anrede-Anspruch verzichten. Tun sie es nicht, zeigen sie, dass sie noch obrigkeitsstaatlichen Dünkel und Ressentiment pflegen wollen.

Nun Herr Graf und Frau Dr., was sagen Sie dazu?
Hättet Ihr Euch sparen können, den Titel.
Eine ganze Branche von Titelhändlern, Scharlatanen und Betrügern wäre schnell das Handwerk gelegt, wenn alle sich an egalitäre Prinzipien halten würden.

Lass alle Anhänger der Titel wissen, dass wir auf diesn Scheiß pfeifen.

Die alten Griechen Platon, Aristoteles, Sokrates hatten mehr im Kopf als alle Grafen und Doktoren zusammen.

ciao

famfam
  #7  
Alt 19.09.2009, 11:52
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Beiträge: 2
Standard Betretenes Schweigen der Businessmen

Aber Schweigen ist auch eine Antwort. Ein stillschweigendes Eingeständnis, dass der ganze elitäre Dünkel nichts als Schwachsinn und Alles Lüge (Rio Reiser) ist.

famfam
  #8  
Alt 19.09.2009, 14:07
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Beiträge: 1.455
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Zitat:
Zitat von famfam Beitrag anzeigen
So und ich habe beim Googlen gefunden, dass schon 1790 in Frankreich die Adelstitel abgeschafft wurde. Da war die Monarchie noch in Kraft und der König war noch nicht ganz ohne Kopf.
Der Adel wurde später für kurze Zeit nochmal eingeführt und ist nach Napoleon III. für immer Geschichte.

-http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sischer_Adel



Zitat:
Das Recht auf Beibehaltung des Titels im Namen passt nicht wirklich zur Idee einer egalitären Gesellschaft. Es besteht meines Wissens auch kein Rechtsanspruch auf die Anrede mit Titel, egal ob Adelstitel oder Dr.-Grad. Ein Rechtsanspruch hat keiner darauf, so angeredet zu werden.
Natürlich besteht kein Rechtsanspruch darauf. Selbst in Österreich ist es so, auch wenn dort viele auf Titel usw. stehen.

Das wurde hier schon geschrieben.
http://www.business-podium.com/board...oktorgrad.html (Anspruch auf Anrede mit dem Doktorgrad)
__________________
..ich habe mir angewöhnt, dass ich jeden Tag in den Garten schau und eine Blume hinrichte..." (Edmund Stoiber, Bayrischer Ministerpräsident)

http://www.business-podium.com
  #9  
Alt 08.06.2011, 15:21
AvN AvN ist offline
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Beiträge: 14
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Zitat:
Deutsche Adelstitel, deutscher Adel

Am 11. August 1919 beschloss die Nationalversammlung die Verfassung des Deutschen Reichs (Weimarer Verfassung) und legte in Art. 109 die Aufhebung des Adelsstandes endgültig fest. Das Adelsprädikat wurde von dort an Bestandteil des Familiennamens, wodurch die ehemaligen Adelsbezeichnungen komplett nach dem Vornamen als Familienname geführt werden.
Klingt zwar schön, stimmt aber so nicht. Der Adel wurde eben nicht abgeschafft, sondern es wurden nur die Privilegien des Adels 1919 abgeschafft (von denen sowieso nur noch wenige existierten). Zu dem Satz "Der Adel ist abgeschafft", den die Linken vorschlugen, konnte sich die Versammlung nicht durchringen. Das bedeutet, der Adel ist eindeutig nicht abgeschafft worden, die Weimarer Verfassung wollte das ausdrücklich nicht.

Nun blieben aber die Titel. Solange es Titel waren, war damit ein Privileg vorhanden (denn es ist ein Privileg, wenn manche Leute einen Titel tragen dürfen, andere nicht). Deswegen - und nur deswegen - hatte man beschlossen, die Titel wie Namensbestandteile zu behandeln.
Der Adel besteht also weiterhin, seine Titel gelten als Namensbestandteile. Deswegen ist das Umstellen der ehemaligen Titel nicht nötig. Ein "Prinz Louis-Ferdinand von Preußen" muß nicht zu einem "Louis-Ferdinand Prinz von Preußen" gemacht werden, denn damit würde man etwas propagieren (nämlich eine Adelsabschaffung), was die Weimarer Verfassung gar nicht gewollt hat. Man wäre damit also "verfassungsfeindlich".

"Adel" bedeutet übrigens "edel", eine edle Abstammung (Vorfahren, die durch ihre mutigen Taten ihre Edelhaftigkeit erwiesen haben). Das kann niemand abschaffen, denn niemand kann einem per Gesetz edele Vorfahren nehmen oder die Gene, die dieses Edele enthalten und die man von ihnen geerbt hat.

Und wie sollte die angebliche Adelsabschaffung gehen, im Verkehr mit anderen Staaten, z. B. England? Wenn ein Lord Yester nach Deutschland übersiedelt, Deutscher wird, dann wird sein Titel zum Namensbestandteil ("Lord Yester"), aber der Adel abgeschafft. Und wenn er nach 20 Jahren nach England in sein Stammschloß zurückkehrt, ist er dann ein Bürgerlicher, der (zu unrecht) den Titel eines Lordes führt? Bekommt er dann zu dem Namen "Lord Yester" eventuell wieder den Titel "Lord", also wird er "Lord Lord Yester"? Wohl kaum. Offenbar gibt es das also gar nicht, die "Adelsabschaffung".

Nur Österreich mit seiner revolutionären Gesetzgebung handelt da anders. Dort ist tatsächlich der Adel per Gesetz abgeschafft. Mal abgesehen davon, daß das eigentlich nicht geht (s. o.), bekommen die Österreicher ziemliche Probleme, wenn z. B. Prinz Charles dort einmal einen Staatsbesuch macht. Denn Gesetze gelten ja für alle Menschen in einem Lande, somit gilt Prinz Charles dann nicht mehr als Adeliger, darf auch den Titel "Prinz" nicht führen. Wenn ein Politiker ihn dann anredet, verstößt der Politiker auch gegen das österreichische Gesetz.

Apropos: Eine österreichische Frau (nein, "Frau" ist ja auch ehemaliger Adelstitel, also sagen wir: "Weib") Sayn-Wittgenstein ließ sich in Deutschland von einem Verwandten adoptieren, um so wieder den Titel Prinzessin zu bekommen. Ihr Name wurde in Deutschland entsprechend geändert zu "Prinzessin von Sayn-Wittgenstein". Das sollen ja angeblich nun reine Namensbestandteile sein, deswegen dürfte Österreich ja nichts gegen die Führung dieser Namensbestandteile haben. Irrtum, in Österreich wurden diese angeblichen Namensbestandteile sofort wieder gestrichen. Sind also offenbar doch Titel (die eben nur wie Namensbestandteile behandelt werden sollen).

Was aber machen Österreicher bei "bürgerlichen" Namen wie "Roman Herzog" (Ex-Präsident) oder "Jürgen Graf" (Rias-Redakteur)? Eigentlich sind diese Namen doch nur nach der Vorlage der Originale (echter Herzöge und Grafen) entstanden. Also dürfte man in Österreich auch so nicht heißen. Und war geschieht mit dem nachweisbar bürgerlichen "von", das es ja schon zur Zeit der Monarchie häufig gegeben hatte? Wird es nun auch verboten, weil es an das adelige "von" erinnert? Österreichs Gesetzgebung ist dringend verbesserungsbedürftig. Was, wenn ein Österreicher Namens "Prinz" in Österreich einen Herrn "Sayn-Wittgenstein" adoptierte und man sich für den Doppelnamen entscheidet: "Prinz Sayn-Wittgenstein"? Das müßte ja dann eigentlich erlaubt sein, aber unterläuft das Adelsverbotsgesetz.

Gruß,
AvN
  #10  
Alt 05.10.2012, 15:18
AvN AvN ist offline
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Ich möchte noch einen Nachtrag liefern zu deutschen Adelsnamen. Die Weimarer Verfassung schrieb (Artikel 109)
:
>Adelsbezeichnungen gelten nur als Teil des Namens<

Da steht nicht: "Familiennamens" oder "Nachnamens", und gemeint war wahrscheinlich der "Gesamtname", der sich also aus dem Vornamen, der Adelsbezeichnung und dem Nachnamen zusammensetzt. Somit bleibt eine Adelsbezeichnung eine Adelsbezeichnung und sollte als ein Teil des Gesamtnamens gelten.

Leider interpretierte die deutsche Rechtssprechung den Satz der Weimarer Verfassung vorschnell in dem Sinne, daß hier der Familienname gemeint sei (wobei man sich darüber wohl gar keine besonderen Gedanken gemacht hat). Deswegen glauben heute viele Menschen, daß es keine Adelsbezeichnungen mehr gäbe, es seien ja nun Bestandteile des Nachnamens geworden. Diese Auffassung halte ich für falsch und von der Weimarer Verfassung so auch nie gewollt. Es wird Zeit, daß sich eine andere Interpretation der WRV durchsetzt.

Und zu dem Vorschlag eines Posters, niemand solle mehr seine Titel führen wegen der Gleichheit der Menschen. Nun, nirgendwo auf der Welt ist jemals eine Gesellschaft gewesen, wo alle gleich waren. Auch in Ländern ohne Titel gibt es immer Priviligierte und Benachteiligte, das wird sich wohl nie ändern. Außerdem darf man nicht vergessen, daß eine Adelsbezeichnung ursprünglich eine Berufsbezeichnung war: Ein "Herzog" war derjenige Kämpfer, der vor dem Heer zog und es anführte, ein "Graf" war ein Richter in einer bestimmten Region usw. Warum aber sollte der Nachkomme eines Grafen (Richters) nicht einen Namen tragen, der den Beruf seines Vorfahren nennt? Der Nachkomme eines Mannes, der Müller war, darf sich ja auch heute noch "Herr Müller" nennen (wobei "Herr" und "Frau" eigentlich Adelstitel sind, die im 17. Jh. auf Bürgerliche übertragen wurden. Also dürfte man diese Anreden auch nicht mehr verwenden).

AvN
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