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Alt 04.02.2007, 16:57
jedi jedi ist offline
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Standard Wirtschaft des Vereinigten Königreichs

Wirtschaft des Vereinigten Königreichs

Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten Volkswirtschaften der Welt. Die britische Wirtschaft ist der Ursprung des sogenannten „angelsächsischen Kapitalismus“, der auf den Prinzipien der Liberalisierung, des freien Marktes, niedriger Besteuerung und geringer Regulierung beruht. Das Land hat das weltweit fünftgrößte Bruttoinlandsprodukt (BIP), nach Deutschland das zweitgrößte in Europa. Bei der Kaufkraftparität (PPP) liegt es auf dem sechsten Platz. Mit 28.300 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Im Vergleich mit dem BIP der EU (ausgedrückt in Kaufkraftstandards) erreicht das Vereinigte Königreich einen Index von 116,2 (EU-25 im Jahr 2003: 100).

Das Land ist Mitglied der Europäischen Union und der Gruppe der Acht. Oft wird die britische Wirtschaftsform als „angelsächsischer Kapitalismus“ bezeichnet. Seit den 1980er Jahren wurden zahlreiche Staatsbetriebe im Zuge des Thatcherismus privatisiert. Seit Mitte der 1990er Jahre durchläuft das Vereinigte Königreich die am längsten anhaltende Phase von Wirtschaftswachstum seit mehr als 150 Jahren. In Bezug auf Inflation, Zinsniveau und Arbeitslosigkeit gehört die britische Wirtschaft zu den stärksten Europas. Im Jahr 2005 betrug das Wirtschaftswachstum 1,8 %, für das Jahr 2006 werden 2,3 % erwartet. Für die folgenden Jahre wird ein weiter anhaltendes Wachstum prognostiziert.


Wirtschaftssektoren

Landwirtschaft und Fischerei

Die britische Landwirtschaft wird intensiv betrieben, ist stark mechanisiert, in hohem Maße subventioniert und im europäischen Vergleich effizient. Weniger als 2 % der Erwerbstätigen produzieren rund 60 % des Nahrungsmittelbedarfs. Die Landwirtschaft trägt ca. 2 % zum BIP bei; etwa zwei Drittel der Produktion entfällt auf die Viehzucht, ein Drittel auf den Ackerbau. Die wichtigsten angebauten Nahrungsmittel sind Weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse. Beim Vieh dominieren Rinder und Schafe.

Das Vereinigte Königreich ist auch eine der weltweit führenden Fischfangnationen. Küstenstädte mit bedeutenden Fischverarbeitungsbetrieben sind Kingston upon Hull, Grimsby, Fleetwood, Great Yarmouth, Peterhead, Fraserburgh und Lowestoft.


Energiewirtschaft

Das Land besitzt große Ressourcen an Kohle, Erdgas und Erdöl, die Förderung dieser Rohstoffe trägt 10 % zum BIP bei, was für einen Industriestaat außerordentlich hoch ist. Einige der führenden Unternehmen des Landes sind in diesem Sektor tätig, darunter BP, Royal Dutch Shell, Cairn Energy, Centrica, BHP Billiton, Anglo American und Rio Tinto Group.

Dank des in der Nordsee geförderten Erdöls wurde das Vereinigte Königreich in den 1990er Jahren zu einem Netto-Exporteur von Kohlenwasserstoffen und hinter Norwegen zum zweitgrößten Erdölproduzenten Westeuropas. Etwa 80 % des elektrischen Stroms wird gegenwärtig aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Der größte Teil der restlichen Produktion stammt aus der Kernenergie und aus der Windenergie; die Wasserkraft ist unbedeutend und macht weniger als 2 % aus. Das Vereinigte Königreich ist mit einem Anteil von 2,3 % der weltweit siebtgrößte Erzeuger von Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Die britische Regierung hat das Kyoto-Protokoll ratifiziert und hat im Jahr 2000 das „Climate Change Programme“ beschlossen, mit dem die Emissionen weit über die Kyoto-Richtwerte hinaus reduziert werden sollen.

Aufgrund der Insellage besitzt das Vereinigte Königreich ein großes Potenzial für die Stromerzeugung in Offshore-Windparks, Wellenkraftwerken und Gezeitenkraftwerken. Dieses wurde allerdings bei weitem noch nicht in einem kommerziell bedeutenden Umfang ausgeschöpft. Die britische Vereinigung für Windenergie zeigte im März 2006 in einer Studie auf, dass bis zum Jahr 2010 fast 5 % des nationalen Strombedarfs durch Windparks an der Küste gedeckt werden könnten.


Industrie

Im Jahr 2003, dem letzten Jahr, für das Vergleichsstatistiken verfügbar sind, hatte die herstellende Industrie laut dem Office for National Statistics noch einen Anteil von 16 % am BIP und beschäftigte 13 % aller Arbeitnehmer. Damit setzt sich der seit den 1960er Jahren stetig anhaltende Abwärtstrend fort. Dennoch hat die Industrie weiterhin eine bedeutende Rolle, da sie 83 % aller Exporte erzeugt (2003). Der Anteil der Beschäftigten in der herstellenden Industrie ist in den Regionen East Midlands und West Midlands am höchsten, mit 19 bzw. 18 %. Am tiefsten ist der Anteil in London mit 6 %.

Innerhalb des industriellen Sektors stellt die Automobilindustrie den größten Anteil, wenn auch alle großen Unternehmen mittlerweile in ausländischer Hand sind. Im Vereinigten Königreich vertreten sind BMW (Mini und Rolls-Royce Motor Cars), Ford (Premier Automotive Group), General Motors (Vauxhall Motors), Honda, Nissan, PSA, Toyota und Volkswagen (Bentley). Daneben gibt es eine Anzahl von kleinen spezialisierten Unternehmen, darunter TVR, Lotus, Morgan Motor Company, Leyland Motors, LDV, Alexander Dennis, J. C. Bamford und Manganese Bronze. Mehrere Unternehmen sind in der Schienenfahrzeugbranche tätig wie z.B. Brush Traction. Ein weltweit führendes Unternehmen im Zivilluftfahrt- und Rüstungsbereich ist BAE Systems, weitere bekannte Unternehmen sind VT Group, GKN und Rolls-Royce Aero Engines.

Ebenfalls wichtige Zweige des Industriesektors sind Elektronik sowie Audio- und Optikgeräte. Bekannte Unternehmen aus diesem Bereich sind Amstrad, Alba, ARM, Dyson, Invensys, Linn Products und Nallatech. Diese und im Vereinigten Königreich vertretenen ausländische Unternehmungen stellen eine breite Palette von Fernsehern, Radios, Kommunikationsgeräten, optischen Instrumenten, Elektrogeräten, Büromaschinen und Computer her. Ein wichtiges Standbein ist die chemische Industrie und insbesondere die pharmazeutische Industrie. Das zweit- und das drittgrößte Pharmaunternehmen der Welt, GlaxoSmithKline und AstraZeneca, haben ihren Hauptsitz im Vereinigten Königreich und betreiben hier auch umfangreiche Forschungs- und Fabrikationsanlagen.

Weitere wichtige Industriezweige sind Nahrungsmittelverarbeitung, Getränke, Tabak, Papier, Druck, Verlage und Textilien. Bekannte Unternehmen aus diesen Bereichen sind Diageo, SABMiller, Scottish & Newcastle, Unilever, Cadbury Schweppes, Tate & Lyle, British American Tobacco, Imperial Tobacco, EMAP, HarperCollins, Reed Elsevier, Ben Sherman, Burberry, French Connection, Reebok, Pentland Group und Umbro.


Dienstleistungen


London ist der größte Finanzplatz der Welt, wobei die Unternehmen auf zwei Gebiete konzentriert sind, die City of London und die Docklands (insbesondere um Canary Wharf). In der City domiziliert sind die London Stock Exchange (Aktien- und Obligationenhandel), Lloyd’s of London (Versicherungshandel) und die Bank of England (Zentralbank). Die Docklands sind Sitz der Financial Services Authority (Regulationsbehörde) und mehrerer Finanzinstitute wie Barclays, Citigroup und HSBC). Über 500 ausländische Banken besitzen in London Niederlassungen, die größte Konzentration weltweit. Die schottische Hauptstadt Edinburgh ist der fünftgrößte Finanzplatz Europas und Sitz mehrerer Großunternehmen wie Royal Bank of Scotland und HBOS.

Von großer Bedeutung ist der Tourismus; mit über 27 Millionen Touristen pro Jahr ist das Vereinigte Königreich die sechstwichtigste Touristendestination der Welt. Der Tourismus generiert jährlich rund 76 Milliarden Pfund Einnahmen und bietet 1,8 Millionen Vollzeitstellen, was 6,1 % aller Erwerbstätigen entspricht (Stand: 2002). Einen bedeutenden Anteil am BIP hat der Einzelhandel mit 249 Milliarden Pfund bzw. 22 %. Die wichtigsten Unternehmen dieser Branche sind Tesco, Sainsbury's, Morrisons, ASDA und Marks & Spencer.

Das größte Wachstum seit Beginn der 1990er Jahre haben die sogenannten „kreativen Dienstleistungen“ zu verzeichnen. Dazu gehören Werbung, Film- und Fernsehproduktionen, Produktdesign, Edition von Büchern und Musik sowie der Handel mit Kunst und Antiquitäten. Laut dem Ministerium für Kultur, Medien und Sport ist dieser Zweig seit 1997 jedes Jahr durchschnittlich um 6 % gewachsen (gegenüber 3 % in der übrigen Wirtschaft). Er hat mittlerweile einen Anteil von 8 % am Wirtschaftsvolumen und generiert Exporte im Wert von 11 Milliarden Pfund. In den 1980er Jahren hatten sich die Heimcomputer hier rasch ausgebreitet und schufen so eine solide Grundlage für die Unterhaltungssoftware- und Computerspielebranche. Eine geringe Besteuerung des Kunst- und Antiquitätenhandels führte dazu, dass London in diesem Bereich europaweit führend geworden ist.



Makro-ökonomische Trends

Diese Tabelle zeigt die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts des Vereinigten Königreichs (seit der Trennung von Irland) in Millionen Pfund. Die zu Grunde liegenden Marktpreise sind eine Schätzung des Internationalen Währungsfonds.
Für Vergleiche der Kaufkraftparität gilt für den US-Dollar ein Wechselkurs von £ 0,66.


Währung


Die Währung des Vereinigten Königreichs ist der Pfund Sterling. Die relativ gute wirtschaftliche Entwicklung ist einer der Hauptgründe, dass der von der Regierung von Tony Blair angestrebte Beitritt zum Euro bis heute nicht erfolgt ist. Der britische Premierminister hat stets betont, er werde ein Referendum zu dieser Frage durchführen, falls mit einer Mitgliedschaft die folgenden, von Schatzkanzler Gordon Brown aufgestellten „fünf ökonomischen Tests“ bestanden werden. Diese Tests sind:

1. Sind die Wirtschaftszyklen und ökonomischen Strukturen langfristig kompatibel mit dem europäischen Zinsniveau?
2. Falls Probleme entstehen, ist genug Flexibilität vorhanden, um diese zu lösen?
3. Welchen Einfluss hätte der Euro-Beitritt auf die britischen Finanzdienstleistungen?
4. Wird der Euro-Beitritt bessere Bedingungen für Unternehmen schaffen, die langfristig investieren wollen?
5. Wird der Euro-Beitritt zu höherem Wirtschaftswachstum, größerer Stabilität und zu einer nachhaltigen Zunahme der Arbeitsplätze führen?

Wiederholt ist Gordon Brown zum Schluss gekommen, dass das Vereinigte Königreich noch nicht bereit sei, den Euro einzuführen, auch wenn der Entscheid jeweils knapp ausgefallen sei. Als Hindernis für einen sofortigen Beitritt sieht er besonders die Fluktuationen der Immobilienpreise. Diese Test werden auch in Zukunft durchgeführt. Meinungsumfragen zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung zurzeit gegen einen Beitritt zur Einheitswährung ist.
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Alt 15.02.2007, 21:12
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Wirtschaft

Die Wirtschaft Großbritanniens war für mehr als zwei Jahrhunderte in der ganzen Welt dominierend. Als beherrschende Seemacht unterhielt Großbritannien das größte Kolonialreich. Zu seinen Kolonien gehörten beispielsweise Indien, Australien, Kanada, die Vereinigten Staaten und große Teile Afrikas. Damit kommt aber nicht nur ein machtpolitischer Faktor zum Ausdruck. Diese Kolonien bildeten nämlich auch die Grundlage für die Wirtschaftskraft Großbritanniens. Einerseits waren sie bevorzugte Exportmärkte für britische Produkte, andererseits stellten sie ein breites Reservoir an kostengünstigen Rohstoffen dar.

Das Auseinanderbrechen des britischen Empires begann in den 1920er Jahren und verstärkte sich noch einmal nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies hatte enorme Folgewirkungen für die britische Wirtschaft, die auf den Export ausgerichtet war. Zwar wurden weiterhin enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen Großbritannien und seinen ehemaligen Kolonien im Rahmen des Commonwealth of Nations gepflegt. Die ehemaligen Kolonien aber traten fortan als gleichberechtigte Handelspartner auf.

In den 1950er bis 1970er Jahren wurde der wirtschaftliche Abschwung deutlich sichtbar. Dies hatte mehrere Ursachen: Zum einen waren die Strukturen der britischen Wirtschaft gleichsam festgefahren. Die zaghafte Umorientierung auf neue Absatzmärkte fiel dabei ebenso ins Gewicht wie die starke politische Stellung der strukturkonservativen Gewerkschaften, die sehr eng mit der Labour-Party verzahnt waren. Zum anderen wollte sich Großbritannien nicht am Projekt der europäischen wirtschaftlichen Integration beteiligen, so dass es nicht von den Wachstumsschüben der 1950er und 1960er Jahre profitieren konnte.

Der Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1973 sowie die teilweise sehr schmerzhaften Reformen der neoliberalen Regierung unter Margaret Thatcher in den 1980er Jahren brachten den wirtschaftlichen Aufschwung. Großbritannien gehört heute zu den stärksten Wirtschaftsnationen der Europäischen Union. Unter den aktuellen Herausforderungen der britischen Politik steht, wie in so vielen anderen europäischen Staaten auch, die Reform des nationalen Gesundheitswesens (National Health Service) an erster Stelle. Trotz verhältnismäßig hoher staatlicher Ausgaben ist der Zustand für Personen, die deutsche Verhältnisse gewohnt sind, eher schlecht. So müssen beispielsweise Patienten lange Wartezeiten für medizinische Operationen in Kauf nehmen.
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Alt 15.02.2007, 21:16
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Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Die britische Wirtschaftspolitik strebt in der Regel marktwirtschaftliche Lösungen an. Sie fördert den Wettbewerb und baut in vielen Bereichen der Wirtschaft Regulierungen ab. In der EU setzt sich Großbritannien nachdrücklich für Liberalisierung und Deregulierung im Rahmen der "Lissabon-Strategie" (EU-Wirtschaftsreform-Agenda) ein.

Gleichzeitig kommen sozialstaatliche Elemente zum Tragen, am deutlichsten sichtbar im Gesundheitswesen, das in staatlicher Regie geführt wird ("National Health Service", NHS) und größter Arbeitgeber in der EU ist. Die Labour-Regierung will aber nun im Rahmen der NHS-Reform privatwirtschaftliche Elemente einführen.

Angesichts struktureller Defizite und jahrzehntelanger Unterfinanzierung hat die Regierung die Investitionen in den Ausbau der öffentlichen Dienstleistungen (Gesundheitsdienst, Bildungs- und Erziehungswesen, Verkehrsinfrastruktur) in den letzten Jahren deutlich erhöht. Dabei werden die Investitionsprojekte oftmals im Wege der Partnerschaft von Staat und Privatsektor finanziert.

London ist der wichtigste Finanzplatz in Europa. Alle größeren Banken, Versicherungen, Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungsfirmen sowie internationale Rechtsanwaltskanzleien sind vertreten. Auch in Hochtechnologiebranchen wie Telekommunikation, Informationstechnik, Biotechnologie, Pharma- und Chemieindustrie sowie beim Fahrzeugbau und in der Elektrotechnik hat das Land eine gute internationale Wettbewerbsposition.


Aktuelle Wirtschaftslage

Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2005 erreichte 1,9% nach 3,1% 2004. Die Abkühlung am hoch bewerteten privaten Immobilienmarkt ging zuletzt mit einer Abschwächung des Konsums der privaten Verbraucher einher. Hohe Staatsausgaben stützen weiterhin die Konjunktur. Die Arbeitslosenquote lag im Herbst 2006 bei niedrigen 5,6%, und die Inflationsrate (CPI) betrug 2,3%.

Da das Verarbeitende Gewerbe in den vergangenen Jahren kaum gewachsen ist, wird die Dynamik der britischen Volkswirtschaft wesentlich durch den starken Dienstleistungssektor geprägt. Besonders der Finanzsektor trägt überdurchschnittlich zum Wachstum bei.

Der Leitzinssatz der Bank of England beträgt 5,0% (Stand: November 2006)


Beitritt zur Wirtschafts- und Währungsunion

Die britische Regierung will den Euro nur einführen, wenn dies im wirtschaftlichen Interesse Großbritanniens liegt. Falls sich die Regierung für eine Einführung des Euro ausspricht, wird die Entscheidung von der Bevölkerung in einem Referendum getroffen.

Großbritannien erfüllt derzeit die Maastricht-Kriterien:

* Inflationsrate (November 2006): 2,3%
* Haushaltsdefizit in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2005/6): 3,0% (Maastricht-Schwelle: 3,0%)
* Gesamtverschuldung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (geschätzt 2006): 36,5%


Außenwirtschaft

Das Defizit im britischen Außenhandel ist weiter gewachsen und betrug im Jahr 2005 rund 95 Mrd. Euro (1 GBP = 1,45 Euro). Der internationale Austausch von Dienstleistungen liefert hingegen mit ca. 27 Mrd. Euro einen positiven Beitrag. Die Direktinvestitionen in Großbritannien sind im Jahr 2005 – vor allem getrieben durch den Anstieg der internationalen Zusammenschlüsse und Übernahmen von Unternehmen – merklich gestiegen.


Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz

Übergewichtigkeit wird in Großbritannien als wachsendes Problem gesehen. Die Regierung arbeitet jetzt an einer Strategie zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität der Bevölkerung.

Der Agrarsektor ist durch einen anhaltenden starken Strukturwandel gekennzeichnet; er trägt nur noch 0,8% zum britischen Bruttosozialprodukt bei und beschäftigt 1,9% aller Arbeitskräfte. Insbesondere im Milchsektor sind Abwanderungstendenzen auch bei großen Betrieben zu verzeichnen. Landwirte beklagen niedrige Abnahmepreise der großen Handelsketten mit ihrer großen Markmacht.

Sorge bereitet weiterhin die Ausbreitung der Rindertuberkulose.

Seit dem 26. März 2006 gilt in Schottland ein generelles Rauchverbot in öffentlichen geschlossenen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln.


Verkehrspolitik

Im Verkehrsbereich werden Kapazitätsengpässe bei allen Verkehrsträgern zunehmend deutlich. Die lang anhaltende Phase des Wirtschaftswachstums geht einher mit einer überproportional steigenden Nachfrage nach Transportdienstleistungen. In verschiedenen Regierungserklärungen bekennt sich die Regierung zu einem dauerhaft hohen Investitionsniveau im Verkehrsbereich.

Die massiven Ausbaupläne der privatisierten Flughäfen stehen teilweise im Widerspruch zur Umwelt- und Klimaschutzpolitik der Regierung. Infolge der stark wachsenden internationalen Handelsströme ist ein Ausbau der Hafenanlagen dringend erforderlich. Auch der Schienenverkehr ist durch weiterhin dynamisches Wachstum geprägt. Die Folgen der über Jahrzehnte andauernden Unterfinanzierung werden im Bahnbereich - trotz steigender Investitionen - nur langsam behoben.

Im Bereich des Straßenverkehrs strebt die Regierung langfristig eine grundlegende Reform des Systems der Verkehrsabgaben an. Mineral- und Kfz-Steuer sollen zukünftig durch eine entfernungsabhängige Straßenbenutzungsgebühr ersetzt werden, die von Lkw und Pkw auf allen Straßen zu entrichten sein wird.


Umwelt

Die Regierung hat das wirtschaftliche Potential der Umwelttechnologie erkannt und fördert entsprechende Ansätze (2006: 400.000 Arbeitsplätze). Besondere Anstrengungen werden zur Förderung erneuerbarer Energien unternommen. Im Gefolge der Stern-Review zu den ökonomischen Folgen des Klimawandels vom Herbst 2006 will Großbritannien demnächst in einem Klimaschutzgesetz ein nationales CO2-Reduzierungsziel festschreiben. Auch der Nordseeumweltschutz und die Wasserpolitik haben Erfolge zu vermelden. Ein schwieriges Feld bleiben die Müllentsorgung und die Schließung und Entsorgung kerntechnischer Anlagen – nicht zuletzt auf Grund des bereits jetzt existierenden gravierenden Mangels an in diesem Bereich ausgebildetem akademischem Personal. In der internationalen Umweltpolitik gehört Großbritannien zu den stärksten Verfechtern der Ziele des Kyoto-Protokolls und geht in der nationalen Energiepolitik sogar weit darüber hinaus. So sollen 15 bis 18% des nationalen Elektrizitätskonsums bis zum Jahr 2010 aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.
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