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Wirtschaftliche Lage November 2006
Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal fortgesetzt. Nach der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes vom 14. November ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,6 % zum Vorquartal angestiegen. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse des ersten und zweiten Quartals 2006 nach oben revidiert. Mit einem Wachstum von real +0,8 % (bisher: +0,7 %) für das erste und +1,1 % (bisher: +0,9 %) für das zweite Quartal erhöhte sich die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2006 so stark wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Im Vorjahresvergleich nahm das BIP im dritten Quartal um real 2,3 % bzw. kalenderbereinigt um 2,8 % zu. Die Wachstumsimpulse kamen im dritten Quartal sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Im Inland trugen neben den Investitionen auch erhöhte private Konsumausgaben zum Wachstum bei. Die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte haben sich damit gefestigt. Ausführliche Ergebnisse wird das Statistische Bundesamt am 23. November vorlegen. Angesichts der aktuellen Konjunkturindikatoren ist von einer Fortsetzung des Aufschwungs auch im vierten Quartal auszugehen. Das Produzierende Gewerbe bleibt hiernach weiter auf Wachstumskurs. Insbesondere die Industrie, aber auch das Bauhauptgewerbe, stützen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die Perspektiven sind angesichts der Auftragslage weiterhin günstig. Im September schwächte sich allerdings die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe insgesamt ebenso wie im Teilbereich der Industrie saisonbereinigt leicht um 0,3 % ab. Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe blieb nahezu unverändert (-0,1 %). Die aufwärts gerichtete Tendenz der Produktion im Produzierenden Gewerbe blieb jedoch mit einem Zuwachs um saisonbereinigt 2,0 % im dritten Quartal bestehen. Dabei erhöhte sich die Erzeugung im Teilbereich der Industrie um ebenfalls 2,0 % und im Bauhauptgewerbe um 3,1 %. Die weiteren Aussichten für die Industrie bleiben bei anhaltenden Impulsen aus dem In- und Ausland günstig. Zwar entwickelten sich die Auftragseingänge im September mit saisonbereinigt -2,5 % zum Vormonat ebenfalls schwach. Dies war jedoch allein auf den Rückgang der Auslandaufträge um saisonbereinigt 6,2 % zurückzuführen. Die Inlandsnachfrage erhöhte sich weiter um 1,5 %. Im dritten Quartal, das die Tendenz der Nachfrageentwicklung besser wiedergibt, hat sich sowohl die Nachfrage aus dem In- als auch aus dem Ausland mit saisonbereinigt +3,8 % bzw. +3,7 % deutlich erhöht. Die Industrieproduktion dürfte in den kommenden Monaten somit weiter zunehmen. Zwar ist damit zu rechnen, dass sich die Erhöhung der Mehrwertsteuer zwischenzeitlich dämpfend auswirkt. Die wieder ansteigenden Geschäftserwartungen des Ifo - Geschäftsklimas für das Verarbeitende Gewerbe signalisieren aber mittlerweile, dass die Unternehmen nur von einer vorübergehenden und nicht gravierenden Abschwächung ausgehen. Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe bleibt in der Tendenz ebenfalls aufwärts gerichtet, scheint aber gegenüber dem Vorquartal, dass durch Nachholeffekte gekennzeichnet war, ein moderateres Expansionstempo anzuschlagen. Im Quartalsvergleich erhöhte sich die Bauproduktion um 3,1 %, nach 7,4 % im Vorquartal. Auch wenn die Auftragseingänge keinen eindeutigen Trend aufweisen, dürfte die Produktionstätigkeit angesichts der Auftragslage weiterhin rege bleiben. Die aktuellen Konjunkturindikatoren zur Entwicklung des privaten Konsums zeichnen nach wie vor noch kein einheitliches Bild. Die Einzelhandelsumsätze im engeren Sinne (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen und ohne Tankstellen) haben sich - nach einem saisonbereinigt merklichen Zuwachs im zweiten Quartal- im dritten Quartal wieder etwas abgeschwächt. Der Handel mit Kraftwagen verlief demgegenüber im dritten Quartal rege und auch das Gastgewerbe konnte ein kräftiges Umsatzplus verbuchen. Die privaten Konsumausgaben könnten deshalb insgesamt leicht zugenommen haben. Dagegen trübte sich das Geschäftsklima im Einzelhandel aufgrund schwächerer Geschäftserwartungen zuletzt etwas ein. Das Konsumklima der Verbraucher verbesserte sich demgegenüber, getrieben von einer zunehmenden Anschaffungsneigung, weiter. Dies spricht für Vorzieheffekte zum Jahresende, um der Erhöhung der Umsatzsteuer auszuweichen. Entscheidend ist, wie schnell und in welchem Umfang die positive Beschäftigungsentwicklung dem privaten Konsum nachhaltigen Auftrieb verschafft. Die Ein- und Ausfuhren haben sich - nach vorübergehend ruhigerer Entwicklung im zweiten Quartal 2006 - im dritten Quartal wieder merklich beschleunigt. Die Warenausfuhr in jeweiligen Preisen nahm im September saisonbereinigt mit +6,6 % und im dritten Quartal mit +5,0 % zur jeweiligen Vorperiode außerordentlich kräftig zu. Im Jahr 2006 sind - korrespondierend mit der wirtschaftlichen Dynamik der Regionen - die Exporte in EU-Länder außerhalb der Eurozone kumuliert bis September mit +15,2 % zum Vorjahr sowie in Drittländer mit +13,7 % stärker gewachsen als die Ausfuhren in die Eurozone mit +10,8 %. Die weiteren Aussichten für die deutschen Exporte bleiben recht günstig. So rechnen die internationalen Organisationen trotz der sich etwas eintrübenden Stimmungsindikatoren für die Weltwirtschaft auch für das Jahr 2007 mit einer robusten und nur wenig abgeschwächten weltwirtschaftlichen Dynamik. Die Einfuhren nahmen in jeweiligen Preisen von August auf September saisonbereinigt um 3,8 % und im gesamten dritten Quartal um 4,7 % zu. Diese Entwicklung dürfte sich angesichts der lebhaften Binnenkonjunktur sowie des Importgehalts der deutschen Ausfuhren fortsetzen. Die Handelsbilanz und die Leistungsbilanz schlossen im September jeweils mit etwas größeren Überschüssen als im Vorjahresmonat. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hat sich gefestigt. Neben der üblichen saisonalen Belebung lieferte im Oktober erneut die konjunkturelle Entwicklung die entscheidenden Impulse. Die Arbeitslosigkeit ging im Oktober sehr viel stärker als jahreszeitlich üblich zurück. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen verringerte sich um 153.000 auf 4,085 Millionen. Der saisonbereinigte Rückgang der Arbeitslosigkeit setzte sich mit - 67.000 verstärkt fort. Die Arbeitslosenquote sank bundesweit erstmals seit November 2002 wieder unter zehn auf 9,8 %. Die Erwerbstätigkeit nach dem Inlandskonzept erhöhte sich im September binnen Jahresfrist um 334.000 Personen auf 39,50 Millionen. Der Beschäftigungsaufbau wurde vor allem durch die Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 258.000 gestützt. Der positive Aufwärtstrend der letzten Monate setzt sich damit fort. Die wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt sich auch an dem erneuten Anstieg des Angebots an ungeförderten offenen Stellen um saisonbereinigt 22.000 im Oktober. Das Preisklima auf der Verbraucherstufe ist weiterhin ruhig. Es bleibt neben saisonbedingten Einflüssen maßgeblich durch die Entwicklung der Rohölpreise bestimmt. Verglichen mit dem Ölpreis-Höchststand Anfang August von rund 78 $ pro Barrel der Sorte Brent liegen die Preise für Rohöl gegenwärtig merklich niedriger (zwischen ca. 56$ und 60$). Die Verbraucherpreise erhöhten sich dennoch im Oktober leicht um 0,1 % zum Vormonat aufgrund höherer Preise für Haushaltsenergie. Die Jahresrate betrug im Oktober +1,1 %, geringfügig mehr als im Vormonat (+1,0 %). Die Kerninflation, also der Preisauftrieb ohne Energie und saisonabhängige Nahrungsmittel, lag am Vorjahresniveau gemessen bei 1,0 %. Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Pressemitteilung vom 17.11.2006 http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/P...id=170532.html http://www.business-podium.com/boards/ Forenübersicht
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