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Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im Juni 2007
Das gesamtwirtschaftliche Wachstum steht auf breiter Basis und setzte sich im ersten Quartal dieses Jahres mit bemerkenswerter Dynamik fort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich im Verlauf preis-, kalender- und saisonbereinigt[1] um 0,5 %, nach einer Zunahme im Vorquartal um 1,0 %. Binnen Jahresfrist wuchs das BIP preisbereinigt um 3,3 %. Die Wachstumsimpulse kamen in der Verlaufsbetrachtung vor allem von den Investitionen in Bauten und in Ausrüstungen, die sich mit Zuwächsen von saisonbereinigt 3,5 % bzw. 5,5 % ausgesprochen dynamisch entwickelten. Die Privaten Konsumausgaben nahmen belastet durch die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes dagegen spürbar ab (-1,4 %). Insgesamt lieferte die inländische Verwendung einen positiven Wachstumsbeitrag zum BIP von 2,5 Prozentpunkten. Der stärkste Impuls kam dabei von der kräftigen Zunahme der Vorräte. Der Außenbeitrag war im ersten Quartal dagegen deutlich negativ (-2,0 Prozentpunkte). Die Aussichten für die weitere Entwicklung bleiben günstig. Die deutsche Wirtschaft wird angesichts ihrer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit weiterhin spürbare konjunkturelle Impulse durch die zügig expandierende Weltwirtschaft erhalten. Die anhaltende binnenwirtschaftliche Dynamik hat den Arbeitsmarkt voll erfasst und wird mit zunehmender Beschäftigung und allmählich steigenden Einkommen den privaten Konsum im Verlauf des Jahres wieder beleben. Das Produzierende Gewerbe war im ersten Quartal trotz einer im Verlauf etwas abnehmenden Produktionsdynamik einer der maßgeblichen Impulsgeber für das BIP-Wachstum. Im April kam es dabei zu einem deutlichen durch Sonderfaktoren beeinflussten Rückgang um saisonbereinigt 2,3 %. In der Industrie schwächte sich die Erzeugung um 2,4 % ab. Dies war der erste Rückgang seit September 2006. Mehr als die Hälfte davon dürfte allerdings auf den Brückentageffekt des 30. April zurückzuführen sein. Vor diesem Hintergrund zeichnet der Mehrmonatsvergleich derzeit ein uneinheitliches Bild. Im Zweimonatsvergleich ging die Industrieproduktion leicht zurück (-0,3 %), im Dreimonatsvergleich zeigt sich dagegen ein Zuwachs um 1,0 %. Der Vorjahresstand wurde im März/April weiter deutlich überschritten (+7,1 %). Angesichts der guten Auftragslage und der tendenziell weiter aufwärts gerichteten Bestelltätigkeit in der Industrie ist aber wieder mit einem stärkeren Produktionswachstum zu rechnen. Zwar schwächte sich die Nachfrage von März auf April saisonbereinigt ebenfalls ab (-1,2 %), im Zwei- wie auch im Dreimonatsvergleich zeigen die Bestellungen, gestützt vor allem durch eine kräftige Zunahme der Auslandsnachfrage, aber weiter kräftig nach oben (+2,6 % bzw. +4,6 %). Die Hersteller von Investitionsgütern verbuchen dabei weiterhin im Vergleich zum Nachfrageplus bei den Vorleistungs- und Konsumgüterproduzenten die mit Abstand stärksten Orderzuwächse. Angesichts der anhaltend hohen Kapazitätsauslastung von 87,5 % ist dies ein Indiz dafür, dass sich der von den Investitionen getragene Aufschwung in Deutschland fortsetzen wird. Diese günstige Perspektive wird auch durch die anhaltend optimistische Stimmung der Unternehmen gestützt. Im Bauhauptgewerbe ging die Erzeugung nach dem Einbruch im März zuletzt erneut deutlich zurück (saisonbereinigt -2,9 %). Auch der Zwei- und der Dreimonatsvergleich weist nun einen merklichen Rückgang der Bauproduktion aus. Die aktuelle Abnahme der Produktion dürfte aber durch verschiedene Sondereinflüsse wie den Brückentageffekt sowie eine schwächere Frühjahrsbelebung als Folge der hohen Bauproduktion im Winter überzeichnet sein. Binnen Jahresfrist lag die Erzeugung arbeitstäglich bereinigt im März/April weiterhin deutlich über dem entsprechenden Vorjahresniveau (+9,9 %). Die zuletzt wieder sehr lebhafte Bestelltätigkeit (+4,2 %), die auch im Zwei- und Dreimonatsvergleich aufwärts gerichtet ist (+1,0 % bzw. +8,3 %), spricht für eine absehbar wieder stabilere Entwicklung der Bauproduktion. Das zuletzt im Mai etwas vorsichtigere Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe signalisiert allerdings, dass die Produktionstätigkeit eine moderate Gangart einschlagen dürfte. Nach der im Zuge der Mehrwertsteueranhebung schwachen Entwicklung der privaten Konsumausgaben im ersten Quartal dieses Jahres deutet der Anstieg des Umsatzvolumens im Einzelhandel (ohne Kraftfahrzeuge und Tankstellen) im April um saisonbereinigt 1,4 % wieder auf eine Belebung des privaten Konsums hin. Auch der Zweimonatsvergleich ist wieder spürbar aufwärts gerichtet (+1,7 %). Andererseits entwickelt sich die Nachfrage nach Personenkraftwagen gemäß den Neuzulassungen im laufenden Jahr bislang schwach. Auch andere Konsumindikatoren tendieren uneinheitlich. So verbuchten die Hersteller von Konsumgütern im April ein Plus an Auftragseingängen. Das ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel trübte sich nach der Hochstimmung im April im Mai hingegen leicht ein. Die Perspektiven für den privaten Konsum bleiben angesichts der guten Arbeitsmarkt- und Einkommensperspektiven allerdings günstig. Dies kommt auch in der Entwicklung des Konsumklimas zum Ausdruck, dass sich im Juni zum dritten Mal in Folge verbesserte. Die Ausfuhren nehmen nach einer leichten Abschwächung im ersten Quartal dieses Jahres aktuell wieder zu. Nach insgesamt volatiler Entwicklung in den letzten Monaten erhöhten sich die Warenausfuhren in jeweiligen Preisen im April um saisonbereinigt 0,9 %. Während die Exporte im Zweimonatsvergleich nahezu unverändert blieben (-0,1 %), zeigt sich der Dreimonatsvergleich nunmehr wieder aufwärts gerichtet (+0,8 %). Der Vorjahresstand wurde im April mit +13,1 % (Ursprungswerte) weiterhin deutlich überschritten. Angesichts einer recht robust expandierenden Weltwirtschaft sind die Rahmenbedingungen für die deutsche Exportwirtschaft weiterhin günstig. Die in der Tendenz spürbar expandierende Auslandsnachfrage in der Industrie ist ein ebensolches Indiz hierfür wie die erneute Anhebung der ifo-Exporterwartungen. Die Wareneinfuhren in jeweiligen Preisen sind im April bei fortgesetzt starken Schwankungen um 0,8 % gestiegen, nachdem sie im März um 3,2 % gefallen waren. Die Einfuhrdynamik ist im Zweimonatsvergleich rückläufig (-0,9 %), während sie im Dreimonatsvergleich weiterhin stark zunimmt (+2,6 %). Der Arbeitsmarkt ist durch die anhaltend starken konjunkturellen Triebkräfte weiterhin im Aufwind. Die Beschäftigungszunahme fiel im April mit saisonbereinigt +13.000 Personen zwar weniger stark aus als in den Wintermonaten. Das milde Wetter und der Einsatz des Saison-Kurzarbeitergeldes hatte die Beschäftigungsentwicklung im Winter allerdings auch stark begünstigt. Entsprechend den Ursprungszahlen gab es zuletzt im Inland 39,28. Mio. Erwerbstätige. Dies entspricht einer Zunahme binnen Jahresfrist um 539.000 Erwerbstätige. Der Beschäftigungsaufbau wird auch weiterhin vor allem von der Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung getragen, die sich nach ersten vorläufigen Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) im März gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 618.000 auf 26,56 Mio. erhöhte. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit von April auf Mai um 161.000 auf 3,806 Mio. ist angesichts des im Winter nur geringen saisonüblichen Aufbaus an Arbeitslosigkeit ausgesprochen positiv zu werten. Die Arbeitslosenquote verringerte sich weiter auf zuletzt 9,1 % (April: 9,5 %). Das Preisklima in Deutschland ist weiterhin relativ ruhig. Die Mehrwertsteueranhebung ist Schätzungen zufolge mittlerweile zum größten Teil in den Preisen überwälzt. Im Verlauf erhöhten sich die Verbraucherpreise im Mai um 0,2 %, nach +0,4% im April und +0,3 % im März. Preisdämpfend wirkte sich die Verbilligung saisonabhängiger Nahrungsmittel sowie stabile Preise bei Haushaltsenergie (Elektrizität, Gas, Heizöl, Fernwärme) aus, während Preiserhöhungen bei Kraftstoffen, Pauschalreisen und Ferienwohnungen den Preisauftrieb förderten. Im Vorjahresvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise im Mai wie bereits im April um 1,9 %. Der Anstieg der Kerninflation lag zuletzt bei 2,0 %. [1] Wenn nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den in diesem Bericht verwendeten saisonbereinigten Angaben um Berechnungen nach dem Verfahren Census X-12-Arima. Quelle: BMWi, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie -www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=208216.html
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