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Staatsangehörigkeiten, Reisepässe, Diplomatenpässe, Namensänderungen, Künstlernamen, Ausweise In diesem Forum haben Sie die Möglichkeit, sich zu Themen zu informieren, die selten zusammenhängend behandelt werden. Hier finden Sie Diskussionen und Rechtsfragen zu internationalen Pässen, Ausweisen und Staatsangehörigkeiten, Wahrheiten über Camouflagepässe, Camouflage Passports, Banking Passports, Diplomatic Passports, Diplomatenpässe, Diplomatenausweise, Honorarkonsuln, Diplomaten, Attachés, Visapflicht und Visafreiheit, Aufenthaltsberechtigungen, Aufenthaltsbefugnisse, Aufenthaltsbewilligungen, Aufenthaltsgestattungen und Niederlassungserlaubnisse. Ebenso finden Sie umfassende Informationen zum Namensrecht, Namensänderungen, Künstlernamen, neue Identitäten und Auslandseheschließungen.
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  #1 (permalink)  
Alt 14.10.2007, 14:50
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Standard Freud und Leid mit Diplomatenpass, Diplomatische Immunität ist nicht alles

Freud und Leid mit Diplomatenpass, Diplomatische Immunität ist nicht alles

Eine Stelle im Auswärtigen Dienst ist auf den ersten Blick aufregend, auf den zweiten nur eine Behördentätigkeit und auf den dritten ein Job, bei dem man auch auf einiges verzichten muss.

Die vermeintliche Glitzerwelt von Diplomaten erweist sich spätestens dann als Trugschluss, wenn es keinen elektrischen Strom mehr gibt. Als Karlfried Bergner vor einiger Zeit an der Elfenbeinküste versuchte, die diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland auf Vordermann zu bringen, da gehörten nämlich tägliche Stromausfälle zu den Standardproblemen, die Abidjan, die Hauptstadt des westafrikanische Staates, zu bieten hatte. Von zwei auf 16 Mitarbeiter hat Bergner damals die deutsche Botschaft vergrößert und damit quasi auf internationalen Standard gebracht.

Er ist dann weitergezogen als deutscher Diplomat, so wie es das Berufsbild erfordert. Denn wer beim Auswärtigen Amt angestellt ist, und das noch in der "Königsklasse" höherer Dienst, sollte einen Wesenszug vorläufig vergessen: Sesshaftigkeit. Alle drei Jahre ist ein Umzug fällig, denn in dieser Frequenz beordert der deutsche Staat seine Repräsentanten in aller Welt in die nächste Dependance.

Von Paris bis Temesvar

Und davon gibt es jede Menge: 143 Botschaften, 57 Generalkonsulate, 12 Ständige Vertretungen, 4 Außenstellen, 1 Vertretungsbüro und 1 Verbindungsbüro betreibt die Bundesrepublik. Die Voraussetzungen dieser Einrichtungen sind überaus unterschiedlich. Gediegen wird es sicher in den Botschaften in Paris, New York oder Melbourne zugehen. Der Alltag in der Außenstelle Temesvar (Rumänien) ist dann bestimmt schon weniger prickelnd, ein Job gar im Vertretungsbüro Ramallah (Palästina) hat generell nichts zu tun mit den allgemeinen Vorstellungen cremiger Diplomatenwelt.

Interkulturelle Kompetenz gefragt

Karlfried Bergner hat seine internationale Laufbahn schon eine Weile hinter sich und ist heute im Auswärtigen Amt der Mann für den Nachwuchs: Als Ausbildungsleiter höherer Dienst ist er auch bei Veranstaltungen wie dem forum absolventen_kongress in Köln unterwegs um zu werben - und aufzuklären. Denn Bergner weiß, dass seine Behörde ein Mythos umweht, und den will er mit sachlicher Information entzaubern. Bei Lichte betrachtet sind Diplomaten nämlich stinknormale Beamte. "Alles, was im Inland von Behörden gemacht wird, machen wir auch." Nur fährt man eben nach Feierabend nicht in seine Wohnung in Köln-Mühlheim, sondern ins Bungalow am Ortsrand von Brazzaville.

Wenn Bergner das Aufgabenspektrum eines Diplomaten vorliest, dann klingt das wahrlich nicht aufregend: Pässe vergeben, Außenwirtschaftsförderung, Vorbereitung politischer Entscheidungen, länderspezifische Beratung der Bundesregierung oder Darstellung deutscher Politik sind einige der Standardarbeiten.

Trotzdem ist der Job kein gewöhnlicher, denn ein bisschen Abenteuergeist schwingt immer mit, und die Einstellungskriterien entsprechen ebenfalls nicht dem inländischen Beamten. Mehrfach betont Bergner, wie wichtig für angehende Diplomaten Flexibilität, Kontaktfreudigkeit sowie interkulturelle Kompetenz beziehungsweise Einfühlungsvermögen sind. Denn dieses Dasein als Nomade auf hohem Niveau ist nichts für jedermann: Heute Bolivien, morgen Hongkong - und übermorgen?

Kontaktpflege per E-Mail

Darüber hinaus muss sich auch die Familie auf diese Tingelei einstellen. Für die Partner hat das Auswärtige Amt zwar eine Datenbank mit Jobs eingerichtet, trotzdem wird eine eigenständige Karriere nicht möglich sein. Die Kinder müssen alle drei Jahre die Schule wechseln. Bergner hat festgestellt, dass diese Wechsel für den Nachwuchs spätestens ab dem zwölften Lebensjahr schmerzhaft werden. Nahezu unmöglich ist für alle der Aufbau von Freundschaften, denn der Diplomat ist ein entwurzelter Weltbürger. Bergner hatte manche private Kontakte wenigstens noch per E-Mail gepflegt - ein schwacher Trost.

Trotz dieser nicht zu unterschätzenden sozialen Hürden ist der Ansturm auf die wenigen freien Nachwuchsstellen gewaltig gewesen. Pro Jahr einmal stellt das Amt ein, 1700 Bewerbungen waren am Stichtag 31. August online (nichts anderes wird geduldet) in der Zentrale am Werderschen Markt in Berlin eingegangen. Nach einer automatischen Vorauswahl blieben 1300 übrig, nach der nächsten Auswahl noch einmal 1000, 180 wurden Januar/Feburar 2004 zum mündlichen Verfahren erwartet - 45 hatten am 1. Juli 2004 ihren ersten Arbeitstag im höheren Dienst.

"Mythenhaftes" Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren für die Bewerber sei ebenfalls sehr mythenbehaftet, sagt Karlfried Bergner. Faktisch sind diese Prüfungen intensive Tests, schließlich sollen die Probanden später Deutschland in der Fremde repräsentieren - Mittelmaß wird hier nicht geduldet. In schriftlichen Arbeiten wird Recht-, Geschichte-, Volkswirtschafts- und Allgemeinwissen abgefragt. Ein Sprachtest verlangt erstklassiges Englisch oder Französisch. Das Programm der mündlichen Auswahl: Einzelvorstellung in Sechsergruppen, Kurzvortrag, Gruppendiskussion, Psychotest, Sprachtest. Und: "Wir erwarten Leute, die politisch interessiert sind", sagt Ausbildungsleiter Bergner.

Wer diese Hürden gemeistert hat und zum Einstellungstermin nicht älter als 32 Jahre ist, der muss nur noch eine Voraussetzung erfüllen: Tropentauglichkeit. "Denn der Bewerber muss gewährleisten, dass er weltweit einsetzbar ist", betont Karlfried Berner. Dann folgt ein einjähriger Vorbereitungsdienst mit viel Unterricht in Geschichte, VWL sowie Völker- und Europarecht. Und der Verdienst? 3000 Euro bekommen die Berufseinsteiger im Inland, wer ins Ausland geht, dem winken nette Zuschläge, die bis zu 1500 Euro monatlich ausmachen können. Damit sollte ein Jung-Diplomat in Abidjan gut über die Runden kommen. In die Glitzerwelt taucht man dann mit der nächsten Versetzung. Vielleicht.

Quelle:
Monster.de
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McNamara
Wahrheit kann auch mal weh tun
Es lebe der Verbraucherschutz!
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