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BA/MA - die neuen Studienabschlüsse

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Alt 26.05.2007, 15:53
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Standard BA/MA - die neuen Studienabschlüsse



BA/MA - die neuen Studienabschlüsse


Allgemeines zu Bologna:
Der Bologna-Prozess, Umstellung auf das Bachelor/Master-System, ECTS - BPB Business Podium Boards: Offshore, Firmengründungen, Beruf & Karriere


Was ist ein Bachelor?

Der Bachelor ist der erste berufsqualifizierende Studienabschluss, Ziel ist die Berufsbefähigung: Mit dem Bachelor kann man nach einem in der Regel sechssemestrigen Studium in den Beruf einsteigen. Daher werden verstärkt auf konkrete Berufsfelder ausgerichtete Elemente angeboten und neben den Fachkenntnissen auch Methoden- und sog. Schlüsselkompetenzen vermittelt. Mit Schlüsselkompetenzen sind fach- und berufsübergreifende Qualifikationen, Einstellungen, Wissenselemente und Strategien gemeint, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen von Nutzen sind, also z.B. die Fähigkeit, sich eigenständig neues Wissen zu erschließen und es adressatengerecht zu präsentieren oder die Fähigkeit, im Team zu arbeiten. Die Methodenkompetenz stellt das "Handwerkszeug" für die situationsgerechte Umsetzung dieser Fähigkeiten dar, also z.B. Recherchetechniken, Zeitmanagement etc.

Je nach studierter Fachrichtung wird ein Bachelor of Arts (B.A.), ein Bachelor of Science (B.Sc.), ein Bachelor of Engineering (B.Eng.) oder ein Bachelor of Laws (LL.B.) verliehen. Deutschsprachige Bezeichnungen (z.B. Bakkalaureus der Wissenschaften) sind ebenfalls möglich.


Was ist ein Master?

Der Master ist ein auf den Bachelor aufbauender Studienabschluss. Der Großteil der Studierenden wird allerdings nach dem Bachelor in den Beruf wechseln. Diejenigen, die aber über den Bachelor hinaus ihre Kenntnisse weiter vertiefen wollen, z.B. weil sie eine wissenschaftliche Karriere ins Auge fassen oder eine berufliche Spezialisierung anstreben, nehmen für meist zwei Jahre ein Masterstudium auf, das auch die Voraussetzung für eine Promotion ist. Man kann den Master sowohl im Anschluss an den Bachelor als auch später aus dem Beruf heraus erwerben, z.B. um sich nach einer ersten Berufseinstiegsphase beruflich weiterzuentwickeln. Beim Zugang zum Master können die Hochschulen besondere Anforderungen (z.B. eine Durchschnittsnote, besondere Vorerfahrungen o.ä.) an die Studierenden formulieren.

Als Abschlussbezeichnungen gibt es - analog zu den Bezeichnungen der Bachelor-Abschlüsse (s.o.) - den Master of Arts (M.A.), den Master of Science (M.Sc.), den Master of Engineering (M.Eng.) und den Master of Laws (LL.M.).


Was sind konsekutive Masterstudiengänge?

"Konsekutiv" bedeutet, dass Studiengänge aufeinander aufbauen. Nach Maßgabe der Prüfungsordnung kann ein konsekutiver Master den Bachelorstudiengang fachlich fortführen und vertiefen oder soweit der fachliche Zusammenhang gewährt bleibt - fachübergreifend erweitern. Man spricht daher auch von "gestuften Studiengängen".


Welche Masterstudiengänge gibt es noch?

Es gibt konsekutive Master (siehe oben) und außerdem Master, die für die Weiterbildung gedacht sind. Weiterbildende Master können auch andere Bezeichnungen also die oben genannten haben, z.B. Master of Business Administration (MBA).


Warum ersetzen diese Studiengänge die traditionellen Diplom- und Magisterabschlüsse? Und was wird aus den bestehenden Diplom-, Magister- und Staatsexamen-Studiengängen?

Vierzig europäische Länder haben im Rahmen des "Bologna-Prozesses" vereinbart, bis zum Jahr 2010 ihre Hochschulsysteme anzugleichen und zu einem europäischen Hochschulraum zusammenzuführen. Dazu sollen die Studienabschlüsse in Qualität und Struktur vergleichbar sein. Man hat sich deshalb unter anderem darauf geeinigt, die bereits international gängigen und anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master zum Standard zu machen.

Gleichzeitig soll das Studium inhaltlich reformiert und stärker an den Qualifikationen ausgerichtet sein, die für eine Berufstätigkeit nötig sind. So soll die zum Teil sehr hohe Zahl der Studienabbrüche verringert und das Studium besser studierbar gemacht werden, damit auch die Studienzeiten verkürzt werden. Das bedeutet: man kann überall in Europa studieren, die BaFöG-Förderung gilt auch für Auslandssemester.

Es gibt bereits über 500 Bachelor- und Masterstudiengänge in NRW, das sind rund 22 % des Studienangebots und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Zum Wintersemester 2003/04 starteten knapp 30% der Studienanfänger in einem Bachelor- oder Masterstudiengang; an manchen Hochschulen, die die neuen Studiengänge schon weitgehend eingeführt haben, sind es bis zu 70%.


Was geschieht in NRW mit denjenigen Studierenden, die bereits in den "alten" Studiengängen eingeschrieben sind?

Ab Wintersemester 2007/2008 kann man sich nicht mehr in die alten Diplom- und Magisterstudiengänge einschreiben. Für diejenigen, die zu dem Zeitpunkt noch in den traditionellen Studiengängen eingeschrieben sind, gilt eine Übergangsfrist. Sie genießen den sog. Vertrauensschutz und können ihren Studiengang zu Ende studieren - voraussichtlich innerhalb der Regelstudienzeit zuzüglich zwei bis vier weiterer Semester. Wer jetzt vor der Entscheidung steht, sollte sich aber in einen der neuen Studiengänge einschreiben, wenn es ein Angebot in dem Fach und am Ort seiner Wahl gibt.


Wie viele dieser Studiengänge gibt es in NRW?

Es gibt bereits über 800 Bachelor- und Masterstudiengänge in NRW, das sind rund 43 % des Studienangebots und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Zum Wintersemester 2004/05 starteten knapp 30% der Studienanfänger in einem Bachelor- oder Masterstudiengang; an manchen Hochschulen, die die neuen Studiengänge schon weitgehend eingeführt haben, sind es bis zu 70%.


Welche Studiengänge gibt es wo in NRW?

Welche Bachelor- und Masterstudiengänge an NRW-Hochschulen angeboten werden, können Sie hier abfragen.


Gibt es diese Studiengänge nur an Universitäten, oder habe ich auch an Fachhochschulen die Möglichkeit, einen der neuen Abschlüsse zu erlangen?

Bachelor- und Masterstudiengänge werden an Universitäten und Fachhochschulen angeboten und führen zu gleichwertigen Abschlüssen, unabhängig davon, an welchem Hochschultyp man studiert.


Was bedeutet Modularisierung?

Module sind inhaltlich und thematisch abgeschlossene Studieneinheiten, die fachlich sinnvoll aus verschiedenen Veranstaltungen wie Vorlesungen und Seminaren zusammengesetzt und an den für den jeweiligen Beruf erforderlichen Qualifikationen ausgerichtet sind. Dabei geht es sowohl um Fachkenntnisse als auch um Anwendungs-, Methoden- und Schlüsselkompetenzen.

Für jedes Modul werden die Qualifikationsziele von der Hochschule ausführlich beschrieben. Diese Modulbeschreibungen helfen den angehenden Studierenden, bereits vor dem Studium zu entscheiden, welcher Studiengang der richtige für sie ist. Sie beschreiben nämlich die Anforderungen, die die Module und das gesamte Studium an die Studierenden stellen und erleichtern damit auch die Planung für das individuelle Studium.

Module werden studienbegleitend abgeprüft, d.h. es werden bereits während des Studiums Prüfungsleistungen gesammelt.


Was sind ECTS-Punkte?

Für den erfolgreichen Abschluss eines Moduls werden Leistungspunkte vergeben. Sie richten sich nach dem European Credit Transfer System (ECTS), einem System zur europaweiten Anrechnung von Studienleistungen. Die Kreditpunkte (auch Credit Points, Leistungspunkte oder Studienpunkte genannt) beschreiben den Arbeitsaufwand von Studierenden. Man rechnet für ein Jahr mit einem gesamten Arbeitsaufwand (also Präsenzzeiten und Vor- und Nachbereitung im Selbststudium) von 1800 Stunden. Für ein Studienjahr werden insgesamt 60 Leistungspunkte vergeben. Kreditpunkte gibt es für abgeschlossene Module, z.B. auf der Grundlage von Klausuren, Seminararbeiten, Referaten und mündlichen Prüfungen. Da sie den Arbeitsaufwand beschreiben, ersetzen sie nicht die Note; bewertet werden die Module zusätzlich.


Was ist das "Diploma Supplement"?

Das "Diploma Supplement" ist ein Zusatz zum Abschlusszeugnis, das das Studium und den Abschluss beschreibt, um Transparenz sowohl in der Arbeitswelt als auch beim Hochschulwechsel herzustellen. Es erhöht die internationale Vergleichbarkeit der Studienleistungen bzw. -abschlüsse.


Was ist die Akkreditierung?

Die Akkreditierung stellt fest, ob das Studienangebot bestimmten Mindestanforderungen entspricht - eine Art TÜV für Studiengänge. Wichtig ist dabei z.B., dass das Studienprogramm in der vorgesehenen Zeit absolviert werden kann, dass die Module tatsächlich an Qualifikationszielen ausgerichtet sind und es entsprechende Berufsfelder für die Absolventen gibt. Im Auftrag einer Akkreditierungsagentur prüfen externe Gutachter die Erfüllung der Standards und bescheinigen sie mit einem Qualitätssiegel. Vorgaben für die Akkreditierung werden bundesländerübergreifend in der Kultusministerkonferenz abgestimmt. Die Akkreditierung ist immer befristet, die Studiengänge müssen regelmäßig reakkreditiert werden, d.h. sie müssen sich regelmäßig einer Qualitätskontrolle unterziehen.


Wie bereiten Bachelor- und Masterstudiengänge auf den Beruf vor?

Mit der Vermittlung von fundiertem wissenschaftlichen Know-How, Grundlagenwissen sowie Methodenkenntnis und Kommunikationsfähigkeit bereitet das Bachelor-Studium die Studierenden von Anfang an auf die Berufspraxis vor: Eine internationale Berufskarriere wird durch die vergleichbaren Abschlüsse erleichtert.

Die Einteilung des Studiums in einen Bachelor und einen oder auch mehrere Master ist flexibel und bildet die Basis für die wissenschaftliche Weiterbildung im Berufsleben.


Was sind die Vorteile der neuen Studiengänge?

Die neuen Studiengänge sind klarer strukturiert, inhaltlich entrümpelt, besser betreut und bereiten von Anfang an auf die Berufspraxis vor. So können sich Studienanfänger ein klareres Bild von ihrem Studium machen und zielgerichteter und erfolgreicher studieren; es werden deutlich weniger Studierende ihr Studium abbrechen als bisher.

Mit dem dreijährigen Bachelor und ggf. dem zweijährigen Master sind sie schneller mit dem Studium fertig. Damit sind sie beim Berufseintritt auch deutlich jünger als bisher und können mit Absolventen aus anderen Ländern mithalten. Insgesamt wird also die Ausbildungsqualität erhöht.

Gestufte Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen sind weltweit in über 80% der Länder verbreitet und anerkannt. Mit diesen Abschlüssen verbessern die Studierenden ihre Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt, und die Hochschulen werden attraktiver für ausländische Studierende.

Und zuletzt ein wichtiger bildungs- und gesellschaftspolitischer Vorteil für alle: Durch die übersichtlichere Struktur, die Ausrichtung an konkreten Berufsfeldern und die intensivere Betreuung ist der Bachelor auch für Abiturientinnen und Abiturienten attraktiv, die bisher vor einem Hochschulstudium zurückgeschreckt haben. Damit können in Deutschland deutlich mehr Akademikerinnen und Akademiker ausgebildet werden - so wie es die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erfordert.


Werden diese Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt akzeptiert?

Die Arbeitgeber haben ein Interesse an gut qualifizierten, auch international einsetzbaren Akademikern und stehen daher den neuen Abschlüssen insgesamt - schon aus eigenem Interesse - positiv gegenüber. Dies gilt bisher vor allem für international tätige Unternehmen. Auch der Mittelstand signalisiert in NRW großes Interesse. Um alle Betroffenen noch mehr über die Vorzüge der neuen Abschlüsse zu informieren und die Akzeptanz weiter zu erhöhen, hat die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft zusammen mit dem Landesarbeitsamt, den nordrhein-westfälischen Arbeitgeberverbänden, den Industrie-, Handels- und Handwerkskammern und dem Gütersloher Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) eine Aktionspartnerschaft "NRW auf dem Weg nach Bologna" gegründet.


Wie akzeptiert der Staat als Arbeitgeber die neuen Abschlüsse?

Für den öffentlichen Dienst gilt prinzipiell, dass Bachelor-Absolventen Zugang zum gehobenen Dienst und Master-Absolventen zum höheren Dienst haben, und zwar unabhängig davon, ob der Abschluss an einer Universität oder an einer Fachhochschule erworben wurde. Mit einer Sonderregelung: FH-Master berechtigen zum höheren Dienst, wenn dies bei der Akkreditierung festgestellt wird.


Werden die gestuften Studiengänge in anderen Bundesländern anerkannt?

Die Studienabschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten werden bundesweit anerkannt, wenn sie die Vorgaben der Kultusministerkonferenz erfüllen und akkreditiert sind (s.o.).


Kann ich weiterhin Studienaufenthalte im Ausland absolvieren?

Ja, und das ist mit dem neuen System unkomplizierter als bisher. Sie können ganze Module oder auch Modulteile im Ausland studieren und mit Hilfe des ECTS (s.o.) auf ihr Studium anrechnen lassen, wenn die Anforderungen übereinstimmen. Ein Auslandsaufenthalt ist aber nicht nur wegen der Studienleistungen, sondern auch durch die Weitung des Erfahrungshorizonts und die Kenntnis eines anderen Hochschulsystems gewinnbringend.

Viele Hochschulen bieten vorbereitende Sprachkurse an, im übrigen ist Englisch weltweit die Sprache der Wissenschaft und Wirtschaft.


-http://www.innovation.nrw.de/StudierenInNRW/FAQ/index.html

__________________
..ich habe mir angewöhnt, dass ich jeden Tag in den Garten schau und eine Blume hinrichte..." (Edmund Stoiber, Bayrischer Ministerpräsident)

http://www.business-podium.com

Geändert von Moni (01.06.2007 um 03:46 Uhr)
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